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Hausärzte-Strukturvertrag mit der AOK Rheinland / Hamburg: Steigern Sie den Fallwert

17.08.2015 Honorar, KVNO aktuell, Verträge

Im Juli 2014 startete der neue Hausärzte-Strukturvertrag mit der AOK Rheinland / Hamburg. Die Teilnahme lohnt sich für die Praxen: Ihr Fallwert liegt fast 7,50 Euro über dem Durchschnitt. Zusätzliches Honorar gibt es für Haus-, Dringlichkeits- und Pflegeheimbesuche, das Überleitungsmanagement und den Arzneimittelcheck.

Die Teilnahme am Strukturvertrag ist attraktiv: Für Hausbesuche erhalten Hausärzte zum Beispiel 15 bis 17,50 Euro in Form extrabudgetärer Zuschläge auf die entsprechenden EBM-Positionen. Von den Extra-Zahlungen profitieren derzeit 2.340 Ärzte – also ein gutes Drittel der rheinischen Hausärzte insgesamt. Sie versorgen im Rahmen des Strukturvertrages über 270.000 multimorbide AOK-Versicherte in Nordrhein.

Die Vergütung je eingeschriebenem Versicherten liegt im Mittel 7,47 Euro über den Vergütungen innerhalb der Regelversorgung; die durchschnittliche Vergütung je Patient beträgt im Hausärzte-Strukturvertrag 67,13 Euro. Zum Vergleich: Die durchschnittliche hausärztliche Vergütung je Patient in Nordrhein liegt bei 59,66 Euro bei den Praxen und Patienten, die nicht am Strukturvertrag teilnehmen.


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Über 67 Euro Fallwert im Strukturvertrag

Der Strukturvertrag beinhaltet unter anderem Förderungen für folgende Leistungen:

  • Hausbesuche (bis 17,50 Euro)
  • Dringlichkeitsbesuche (40 Euro)
  • Pflegeheimbesuche (bis 17,50 Euro)
  • Überleitungsmanagement (bis 40 Euro)
  • Arzneimittelcheck (bis 80 Euro)

Weiterhin erhalten teilnehmende Hausärzte Pauschalen. Für den erhöhten Aufwand bei Beratung, Behandlung und Betreuung ihrer multimorbiden Patienten liegt die Betreuungspauschale je nach Diagnosen bei 2,20 bis 4,50 Euro je Pauschale, maximal bei 7,50 Euro zusätzlich je Behandlungsfall.

Pauschale auch für DMP-Patienten

Die Pauschale erhalten Praxen auch für Patienten, die am Strukturvertrag und einem Disease-Management-Programm (DMP) teilnehmen – und zwar immer dann, wenn eine zweite gesicherte Diagnose nach dem Indikationskatalog für einen DMP-Patienten vorliegt.

Teilnehmen am Hausärzte-Strukturvertrag können alle Haus- und Kinderärzte, ein Antrag ist nicht erforderlich. Die Ärzte müssen lediglich den jeweiligen Behandlungsfall mit der Symbolnummer 91324 kennzeichnen. Natürlich muss auch der Patient in den Vertrag eingeschrieben sein.

Noch ein Vorteil des Hausärzte-Strukturvertrags: Er ergänzt die vertragsärztliche Vergütung durch extrabudgetäre Honorare. Anders verhält es sich dagegen bei Verträgen der hausarztzentrierten Versorgung nach § 73b des Sozialgesetzbuchs V. Hier findet eine Bereinigung statt, die Vergütung des Regelleistungsvolumens und qualifizierten Zusatzvolumens in Höhe von 42,70 Euro je Fall werden also abgezogen.

Frank Naundorf

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