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Abteilung Sicherstellung: Genaues Forschen nach der bedarfsgerechten Versorgung

Eine der zentralen Aufgaben der KV Nordrhein ist die Sicherstellung der ambulanten Versorgung. Konkret heißt das vor allem, dass weder zu wenig noch zu viele Vertragsärzte, Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten für die 9,6 Millionen Einwohner zur Verfügung stehen. Die Abteilung Sicherstellung der KV Nordrhein kümmert sich darum, dass die ambulante Versorgung in jedem Bereich bedarfsgerecht ist.

Bei der Bedarfsplanung arbeitet sie für den Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen. Die Rahmenbedingungen setzt der Gemeinsame Bundesausschuss, der die Bedarfsplanungs-Richtlinie festlegt. Seit der Neufassung der Richtlinie zum 01.01.2013 unterliegen fast alle Fachgruppen der Bedarfsplanung. Eine Ausnahme bilden Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, die bereits einer zahnärztlichen Bedarfsplanung unterliegen.

Die sogenannte Versorgungsebene stellt in der Bedarfsplanung die geografische Grundlage für die Betrachtung der ambulanten ärztlichen Versorgung dar. Dabei werden die 23 der Bedarfsplanung unterliegenden Arztgruppen entsprechend ihres Spezialisierungsgrades einer der vier Versorgungebenen zugeordnet, die die Bedarfsplanungs-Richtlinie vorsieht:

  • Hausärztliche Versorgung
  • Allgemeine fachärztliche Versorgung
  • Spezialisierte fachärztliche Versorgung
  • Gesonderte fachärztliche Versorgung

Hausarztplanung im Mittelbereich

Der Planungsbereich für die Arztgruppe der Hausärzte ist der Mittelbereich. Dies kann eine einzige Gemeinde wie z. B. Bad Honnef, eine Zusammenfassung von einigen Gemeinden oder eine kreisfreie Stadt wie Düsseldorf sein. Die Mittelbereiche werden nicht von der Selbstverwaltung definiert, sondern vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Im Rheinland gibt es 94 Mittelbereiche.

Allgemeine fachärztliche Versorgung

Für die Versorgungsebene der allgemeinen fachärztlichen Versorgung ist die kreisfreie Stadt bzw. der Landkreis der Planungsbereich. In Nordrhein gibt es demzufolge 27 Bereiche. Folgende Arztgruppen sind der Versorgungsebene der allgemeinen fachärztlichen Versorgung zugeordnet:

  • Augenärzte
  • Chirurgen
  • Frauenärzte
  • Hautärzte
  • HNO-Ärzte
  • Nervenärzte
  • Orthopäden
  • Psychotherapeuten
  • Urologen
  • Kinderärzte

Spezialisierte fachärztliche Versorgung

Der Planungsbereich für die Arztgruppen der spezialisierten fachärztlichen Versorgung ist die Raumordnungsregion. Hier sind jeweils mehrere Kreise und kreisfreien Städte zusammengefasst, z. B. die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis zur Raumordnungsregion Bonn. In Nordrhein sind fünf Raumordnungsregionen definiert. Folgende Arztgruppen sind der Versorgungsebene der spezialisierten fachärztlichen Versorgung zugeordnet:

  • Anästhesisten
  • Fachinternisten
  • Radiologen
  • Kinder- und Jugendpsychiater

Gesonderte fachärztliche Versorgung

Der Planungsbereich für die Arztgruppen der gesonderten fachärztlichen Versorgung ist grundsätzlich der gesamte KV Bereich. Folgende Arztgruppen sind der Versorgungsebene der gesonderten fachärztlichen Versorgung zugeordnet:

  • Humangenetiker
  • Laborärzte
  • Neurochirurgen
  • Nuklearmediziner
  • Pathologen
  • Physikalische und Rehabilitationsmediziner
  • Strahlentherapeuten
  • Transfusionsmediziner

In der Bedarfsplanungs-Richtlinie werden Verhältniszahlen genannt, die festlegen, auf wie viele Einwohner ein Arzt einer Arztgruppe oder ein Psychotherapeut kommen soll.

Sie differieren je nach Fachgruppe und Besiedlungsdichte der Region. So soll beispielsweise in der Regel ein Hausarzt auf 1.671 Einwohner kommen, ein Strahlentherapeut auf 173.576 Einwohner. Dies entspricht jeweils einem Versorgungsgrad von 100 Prozent. Wenn in einem Planungsbereich für eine Arztgruppe ein Versorgungsgrad von 110 Prozent überschritten wird, wird dieser Bereich für weitere Zulassungen gesperrt.

Die Sicherstellungsabteilung rechnet aus, wie hoch der Versorgungsgrad ist, sprich: ob für einen Planungsbereich Sperrungen oder Öffnungen zu veranlassen sind. Die Berechnungen finden zurzeit zwei Mal im Jahr statt. Hierbei werden auch demografische Entwicklungen berücksichtigt, die sich in entsprechend angepassten Verhältniszahlen niederschlagen.

Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen ordnet anschließend die Öffnung oder Sperrung der Bereiche an. Die Übersicht wird veröffentlicht im Rheinischen Ärzteblatt und auf unserer Homepage.

In gesperrten Planungsbereichen gibt es die Möglichkeit der „Sonderbedarfszulassung“. Dies sei aufgrund der guten Versorgungssituation in Nordrhein jedoch die absolute Ausnahme, sagt Ursula Marre, Leiterin der Abteilung Sicherstellung. Bestehe ein Bedarf nur vorübergehend, sähen die Richtlinien eine Ermächtigung vor. „Dabei handelt es sich grob gesagt um einen Vertragsarztsitz auf Zeit“, erläutert Marre. Denn diese Ermächtigungen würden in der Regel auf zwei Jahre befristet, in der Praxis kämen sie so gut wie nicht vor.

Anders verhält es sich mit Ermächtigungen von Krankenhausärzten, die bei bestehenden Versorgungslücken ausgesprochen werden. Die Abteilung Sicherstellung ermittelt den Versorgungsbedarf – eine Arbeit, die genaues Hinsehen und großen Sachverstand verlangt. Denn der Bedarf ist schwer zu definieren. Jeder Einzelfall muss geprüft werden, oft sogar, ob Bedarf in einem Planungsbereich für eine ganz bestimmte Leistung besteht.

„Klassisch sind Ermächtigungen zur konsiliarischen Beratung von Vertragsärzten, zur ambulanten Nachbehandlung nach stationärer Behandlung oder für besondere Untersuchungs- und Behandlungsmethoden“, erläutert Marre. Insgesamt liegen in Nordrhein rund 1100 persönliche Ermächtigungen vor, dazu kommen Institutsermächtigungen und für die fünf Universitätskliniken sogenannte Poliklinik-Ermächtigungen für Lehre und Forschung.

Ansprechpartner/innen der Abteilung Sicherstellung

Bedarfsplanung
Monika Stender
Tel.: (02 11) 59 70-81 56
Anne Krumscheid
Tel.: (02 11) 59 70-80 21
Ralf-Torben Wittmar
Tel.: (02 11) 59 70-86 93
Eike Voigtländer
Tel.: (02 11) 59 70-84 28
Marc Wiemann
Tel.: (02 11) 59 70-85 04
Cihan Ünal
Tel.: (02 11) 59 70-84 85

Ermächtigungs- und Zulassungsangelegenheiten
Anika Labudde
Tel.: (02 11) 59 70-80 86
Süreyya Cüccam
Tel.: (02 11) 59 70-81 48
Petra Hens
Tel.: (02 11) 59 70-82 96
Christa Mader
Tel.: (02 11) 59 70-84 27
Andrea Grodd
Tel.: (02 11) 59 70-81 66
Nicolas Hof
Tel.: (02 11) 59 70-84 93
Nicole Merckens
Tel.: (02 11) 59 70-82 21

Förderung Allgemeinmedizin
Maike Rettig
Tel.: (02 11) 59 70-81 65
Iris Siemons
Tel.: (02 11) 59 70-81 53

Zweigpraxis
Claudia Gibat
Tel.: (02 11) 59 70-80 84
Marina Scholten
Tel.: (02 11) 59 70-82 68