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Wenn es im Ohr rauscht – Tinnitus

Ein voller Erfolg war die Ratgeber-Veranstaltung gestern Abend: Fast 250 Besucher strömten in das Foyer des Rheinischen Landestheaters in Neuss, nicht zuletzt durch die intensive Werbung in der Neuß-Grevenbroicher-Zeitung, dem Kooperationspartner der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein bei dieser Veranstaltung. Das Thema, das offenbar viele Patientinnen und Patienten ansprach und beschäftigt: Tinnitus.

Dabei leiden Betroffene an unterschiedlichen Ohrgeräuschen – es rauscht, es brummt, es piept. Nach der Begrüßung durch KV-Sprecher Heiko Schmitz startete der Krefelder Hals-Nasen-Ohren(HNO)-Arzt Dr. Joachim Wichmann, Vorsitzender des Berufsverbands der HNO-Ärzte in Nordrhein und Mitglied der Vertreterversammlung der KV Nordrhein, den Vortragsteil. Er erläuterte Ursachen, Schweregrade, Formen und Therapiemöglichkeiten bei Tinnitus. Zahlreiche Behandlungsansätze sollen die Störung der Hörfunktion beseitigen – das Spektrum reicht von medikamentöser Therapie über Entspannungsverfahren, Retraining-Therapien bis hin zur Neurostimulation und Musiktherapie. Die Ratschläge von Wichmann für ein erträgliches Leben mit demTinnitus lauten: Stille meiden, weghören, nicht zu viel mit dem Symptom beschäftigen – und optimistisch und fröhlich bleiben.

Auch der Düsseldorfer HNO-Arzt Dr. Hans-Michael Strahl betonte, dass der Tinnitus keine Krankheit, sondern ein Symptom sei, das mit etwa 400 verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Das Symptom, also das Ohrgeräusch, ist jedoch reversibel, sofern die Ursachen beseitigt werden. Strahl wies auf die Bedeutung des Hörens hin – das Ohr ist seit Urzeiten aufgrund seiner Empfindlichkeit ein jederzeit unbewusst arbeitendes Warnsystem – wir hören Bedrohungen eher, als wir sie sehen. Umso wichtiger ist es, das Organ zu schützen: Prävention in Form von Lärmvermeidung oder Schutz vor hohen Lautstärken jenseits von 85 Dezibel ist entscheidend. Heißt: die Nähe zu Silvesterböllern meiden, den iPod nur halb aufdrehen, die Disko nur mit Hörschutz besuchen.

Dr. Martin Kusatz stellte das von ihm entwickelte und wissenschaftlich begleitete „Krefelder Modell“ vor. Er legte dar, dass die sogenannte Auditive Stimulationstherapie AST®, zu der unter anderem eine musiktherapeutische Übungsbehandlung gehört, bei vielen Patienten zu einer deutlichen Verbesserung geführt hat, also zu einer geringeren Wahrnehmung des Tinnitus beziehungsweise sogar zu einem Verschwinden der Symptome.

Vorträge der Veranstaltung