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Das große Vergessen – Demenzerkrankungen

Mehr als 180 Gäste informierten sich am 8.9.2015 im großen Sitzungssaal über Demenzerkrankungen. „Was ist normal“ und wie sollte bei Verdacht auf Demenz weitergegangen werden, fragte zunächst der Düsseldorfer Allgemeinmediziner und Hausarzt Dr. Ralf Raßmann. Denn ist eine weitere Diagnostik immer zwingend erforderlich? Drei Punkte sollten besonders beachtet werden: wie stellt sich die erlebte Anamnese dar, welche ethischen Fragen sollten abgeklärt werden und wie ist der familiäre Konsens? Da die Therapiemöglichkeiten bei Demenz sehr begrenzt sind, kommt es auf Prävention an. Empfohlen werden körperliche Aktivität, Förderung der kognitiven Leistungen wie Sudoku spielen oder Sprachen lernen – und ein geringer Alkoholkonsum.

Der Aachener Neurologe, Psychiater und Psychotherapeut Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender der Vertreterversammlung der KV Nordrhein, informierte über Demenz in leichter und schwerer Form; diese unterscheiden sich stark und bedürfen unterschiedlicher Therapien. Aufmerksam sollten Angehörige werden, wenn bestimmte Symptome mehr als sechs Monaten anhalten. Neben einer abnehmenden Merkfähigkeit können sich als Anzeichen auch Reizbarkeit oder Apathie zeigen. Verschiedene Tipps zum Umgang mit Demenz gab der Experte den Zuhörern auf den Weg: Im Frühstadium behalten Erkrankte die Orientierung, wenn sie weiter ihre Interessen verfolgen, aktiv bleiben und ihre Kontakte pflegen. Wichtig sind Bewegung und Sport. Nicht zu schnell sollte der Arbeitsplatz aufgegeben werden, denn es gibt Hilfen durch Integrationsämter.

Im Anschluss an die Vorträge präsentierte Jan Krämer, Kommunikationsdesigner, einen kurzen Ausschnitt aus seinem beeindruckenden Dokumentationsfilm „Gestern ging’s noch Herr Schürmann“. Er hatte längere Zeit einen Bewohner in einem Pflegeheim mit der Kamera begleitet. Weitere Teilnehmer der Abschlussrunde „Leben mit Demenz“, die anschließend Fragen aus dem Publikum beantworteten, waren Pfarrer Rainer Kemberg, Berater im Bereich Demenz und Peter Tonk vom Demenz-Servicezentrum Region Düsseldorf. Kemberg hatte jahrelange seine demenzkranke Mutter betreut und betonte, wie wichtig Geduld im Umgang mit Erkrankten sei. Tonk stellte die verschiedenen Hilfeangebote für Patienten und Angehörige vor. Ibo

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