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Verordnungssicherheit

Patientensicherheit

Seit mehr als zehn Jahren veranstaltet das IQN in Zusammenarbeit mit der Gutachterkommission für Ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein die Fortbildungsreiche "Aus Fehlern lernen" auf der Grundlage der bei der Gutachterkommission aufbereiteten Behandlungsfehler.

Risikomanagement / Risikokommunikation

In ihrem Grundlagenpapier „Patientenrechte in Deutschland“ fordern das Bundesjustitzministerium und das Gesundheitsministerium die Förderung der Fehlervermeidungskultur. Wörtlich: „Behandlungsfehlern bereits vorzubeugen hat höchste Priorität“ und die „Nutzung von Risikomanagement- und Fehlermeldesystemen“ ist dabei ein zentraler Bestandteil des Qualitätsmanagements. Hierfür ist es notwendig, dass die Einrichtungen die beteiligten Berufsgruppen durch regelmäßige Information und Schulung in entsprechende Maßnahmen einbeziehen und auf diese Weise die Akzeptanz des Risiko- und Fehlermanagements und die Mitwirkung der betroffenen Berufsgruppen fördern.“

Der Begriff Risikokommunikation findet unterschiedliche Verwendung.

  • Die Methodik, mit der Ärztinnen und Ärzte Risiken aber auch die Wahrscheinlichkeit von Therapieerfolgen Patienten mitteilen. Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Möglichkeiten
    • a. Absolute Zahlen: zum Beispiel: mit Präparat A tritt bei 40 von 1000 behandelten Personen diese Wirkung / Nebenwirkung auf, mit Präparat B, bei 50 von 1000 behandelten Personen.
    • b. Relative Zahlen: zum Beipiel: in 4% (bzw. 5%) der Fälle tritt diese Wirkung / Nebenwirkung auf.
    • c. relative Zahlen im Vergleich: Bei Präparat B tritt die Wirkung 25% häufiger auf als bei A.
  • die Kommunikation in schwierigen Situationen innerhalb einer professionellen Gruppe – zum Beispiel während (schwieriger) Operationen oder in Notfällen
  • Die Kommunikation über schwierige Themen mit Dritten – Überbringen schlechter Nachrichten

In unterschiedlichen Fortbildungsreihen widmet sich das IQN dem Thema „Patientensicherheit“.
Seit Ende 2008 bietetdas IQN Seminare zu „Risikomanagement/ Risikokommunikation“ an (zum Teil in Zusammenarbeit mit der Nordrheinischen Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung und der Ärzteversicherung).

Ziel der Seminare ist es, Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen, kritische Situation im Praxisalltag rechtzeitig zu erkennen und zu beherrschen. Das IQN veranstaltet ein bis zweimal pro Jahr Seminare zu Kommunikation in schwierigen Situationen in der Praxis in Zusammenarbeit mit der Deutschen Ärzteversicherung.

Verordnungssicherheit

Medikamente sind nicht nur Mittel um Krankheiten zu lindern, sondern sie haben auch fast alle Wirkungen, die nicht erwünscht sind. Diese „Nebenwirkungen“ sowie die Wechselwirkung mit einzelnen anderen Medikamenten sind für alle zugelassenen Medikamente weitgehend bekannt. Je mehr Medikamente jedoch gleichzeitig eingenommen werden, desto weniger ist über die zunehmend komplexe Wechselwirkung bekannt.

Aber die Gabe von Arzneimitteln wird auch durch viele andere Faktoren riskant

  • Patienten nehmen die verordneten Medikamente nicht nach Anweisung (falsche Dosierung, Tageszeit oder im Zusammenhang mit anderen beeinflussenden Stoffen (Alkohol).
  • Patienten nehmen die verordneten Medikamente gar nicht.
  • Patienten nehmen Präparate von anderen Personen ein, (weil die denen geholfen haben).
  • Patienten nehmen zusätzliche Präparate, die sie dem verordnenden Arzt nicht mitgeteilt haben (Verordnungen durch andere Ärzte, OTC).
  • Ärzte sind nicht ausreichend zu Wirkmechanismen, Wechselwirkungen informiert.
  • Ärzte vergessen Dosisanpassungen bei Niereninsuffizienz, Leberstoffwechselstörungen oder besonders geringem oder hohem Gewicht.

Das Wissen zu Medikamenten liegt in der Verantwortung der Ärztinnen und Ärzte. Um sich über dieses sehr komplexe Wissensgebiet aktuell informieren zu können hat das IQN unter Materialien und Quellen Internetseiten zusammengestellt, die Informationen zur Verordnungssicherheit bereit halten.

Darüber hinaus sollten Ärztinnen und Ärzte folgende Fragen bejahen können:

  • Kennen Sie die von Ihnen verwendeten Präparate gut genug?
  • Haben Sie bei Ihren Patienten eine Dosisanpassung wg. Niereninsuffizienz, Leberstoffwechselstörungen oder besonders geringem bzw. hohem Gewicht berücksichtigt?
  • Haben Sie über notwendige Kontrolluntersuchungen aufgeklärt?
  • Kontrollieren Sie, ob diese auch erfolgt sind (interne aber auch externe)?
  • Haben Sie in Ihrer Praxis eine Routine etabliert, um eine vollständige Medikamentenanamnese zu gewährleisten?
  • Überprüfen Sie den Sachstand dieser Medikationsliste regelmäßig?
  • Haben Sie mit Ihren Patienten die Risiken einer falschen oder einer Eigenmedikation besprochen?

Risiken durch mangelndes Wissen und schlechte Compliance können minimiert werden. Die unbekannten Gefahren bei der Gabe vieler Medikamente bleiben. Wenn Patientinnen und Patienten auf Grund ihrer Multimorbidität sehr viele Medikamente nehmen müssen, sollten Ärztinnen und Ärzte mit den Patienten besprechen, welche Risiken bestehen und gemeinsam überlegen, welche Medikamente unerlässlich sind und auf welche vielleicht verzichtet werden könnte.

Materialien und Quellen

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