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Impfungen zu Lasten der GKV

Zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können alle Schutzimpfungen erbracht werden, die in der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) in der Anlage 1 aufgeführt wurden. Bitte beachten Sie die Hinweise zu eventuellen Leistungsausschlüssen und Indikationen. Die Schutzimpfungs-Richtlinie orientiert sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Institutes (STIKO). Neue STIKO-Empfehlungen oder Änderungen werden in der Regel innerhalb von drei Monaten in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernommen. Kommt eine Aktualisierung der Richtlinie durch den GBA nicht fristgerecht zustande, dürfen die von der STIKO empfohlenen Schutzimpfungen bzw. deren Änderungen mit Ausnahme von sogenannten Reiseschutzimpfungen erbracht werden, bis die Schutzimpfungs-Richtlinie aktualisiert worden ist.

Reiseschutzimpfungen sind von der Leistungspflicht der GKV ausgeschlossen, es sei denn der Auslandsaufenthalt ist beruflich bedingt oder im Rahmen der Ausbildung vorgeschrieben oder es besteht zum Schutz der öffentlichen Gesundheit nach Anlage 1 der Schutzimpfungs-Richtlinie ein besonderes Interesse daran, der Einschleppung einer übertragbaren Krankheit in die Bundesrepublik Deutschland vorzubeugen (§ 20i Abs. 1 Satz 2 SGB V). Den Nachweis erbringt der Patient. Vorrangig bleibt die Verpflichtung für den Arbeitgeber im Rahmen der ArbMedVV.

Die postexpositionelle Gabe von Sera oder Chemotherapeutika sowie Impfstoffen im Einzelfall sind nicht Gegenstand der Schutzimpfungs-Richtlinie. Impfungen gegen z. B. Tetanus oder Tollwut im Verletzungsfall sind, soweit es die Applikationen im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang der Verletzung bzw. Exposition betrifft, kurative Leistungen und daher nicht Gegenstand der Schutzimpfungs-Richtlinie.

Der Anspruch auf Schutzimpfungen umfasst auch das Nachholen von Impfungen und die Vervollständigung des Impfschutzes, bei Jugendlichen spätestens bis zum Ende des 18. Lebensjahres (letzter Tag vor dem 18. Geburtstag). Sofern der Beginn einer Impfserie innerhalb des Zeitfensters der Tabelle 1 der STIKO-Empfehlungen stattfindet und der Abschluss dieser Serie erst nach Vollendung des in der Tabelle genannten Alters des Impflings realisiert wird, können auch in diesen Fällen die restlichen Impfungen zu Lasten der Krankenkasse durchgeführt werden.

Impfungen können auch fachfremd durchgeführt werden. So dürfen Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin in Nordrhein auch Impfungen bei erwachsenen Begleitpersonen beziehungsweise den Eltern behandelter Kinder durchführen. Die Bundesärztekammer (BÄK) hatte im Sinne einer möglichst weitgehenden Durchimpfung der Bevölkerung erklärt, dass grundsätzlich allen Ärzten die Durchführung von Schutzimpfungen zu ermöglichen sei. Die Berechtigung zum Durchführen aller Impfungen ist nach Auffassung der BÄK entsprechend den Regelungen der Weiterbildungsordnung für Allgemeinärzte, Praktische Ärzte, Internisten und Kinderärzte vorgesehen. Gynäkologen mit Impfzertifikat können somit auch Männer impfen.