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Hilfsmittelverordnungen zum Gebrauch: Zeit gewinnen ohne Zeitangabe

Sie kommen so unscheinbar daher, die kleinen Modifikationen in den großen Paragrafenwerken. Doch mitunter haben sie gewaltige Auswirkungen auf den Arbeitsalltag in den Praxen. Der jüngste Fall in der Geschichte der Vertragsarzt-Bürokratie: die Verordnung von Hilfsmitteln zum Gebrauch.

Es ging um Hilfsmittel aus sieben Produktgruppen, um Pen-Nadeln, Windeln und Blutlanzetten zum Beispiel, Hilfsmittel, die zum Gebrauch beim Patienten bestimmt waren. Deren Abrechnung regelt "die technische Anlage für die maschinelle Abrechnung (elektronische Datenvermittlung)." Der Titel lädt nicht gerade zum Lesen ein. Zum Glück gehört zumindest diese Anlage nicht zur Pflichtlektüre der Vertragsärzteschaft, da sie primär das Verhältnis zwischen Apotheken und den Datenannahmestellen der Kassen regelt.

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Aber eben nur primär. Seit Anfang April traten die ersten Apotheken mit der Bitte an die Praxen heran, bei den genannten Hilfsmitteln Versorgungszeiträume auf den Verordnungen anzugeben. Genau dies nämlich sollte nun auf den Hilfsmittelrezepten stehen – zumindest auf denen der sieben genannten Produktgruppen.

Noch komplizierter wurde die Angelegenheit dadurch, dass ein Teil der Kassen, darunter zum Beispiel die Barmer GEK und einige Betriebskrankenkassen, auf der Basis der Richtlinie abrechnet, ein anderer Teil nicht. Ganz zu schweigen von unterschiedlichen Anforderungen, was die Mengenangaben betrifft. Für die Praxen hätte dies bedeutet: Konfusion pur.

Die KV Nordrhein reagierte sofort. Am 21. März machte der Vorstandsvorsitzende Dr. Peter Potthoff die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) auf das aufsteigende Problem aufmerksam. "Die Änderungen haben bereits – sicherlich nicht nur im Bereich der KV Nordrhein – zu einem erheblichen bürokratischen Mehraufwand geführt." Die KV Nordrhein hatte zuvor die Rechtslage geprüft und wies die KBV darauf hin, dass es bei den Bestimmungen hinsichtlich der Rezepte keine Änderung gegeben habe. "Dort ist der Versorgungszeitraum in Übereinstimmung mit den weiterhin geltenden vertragsärztlichen Vorgaben (zum Beispiel Vordruckvereinbarung, Hilfsmittelrichtlinie) nicht genannt." Damit war der Ausweg aus dem Dilemma geebnet.

Am 18. April stellte die KBV klar: "Der Versorgungszeitraum auf den Verordnungen für Hilfsmittel zum Verbrauch ist nicht vom Vertragsarzt einzutragen." Ein Erfolg, der eine weitere bürokratische Belastung der Praxen verhindert. Der GKV-Spitzenverband hat diese Position inzwischen bestätigt.

Nun haben leider die Apotheken den Schwarzen Peter. Sie müssen jetzt den Zeitraum eintragen, der sich ja aus der verordneten Menge ergibt. Inzwischen interveniert aber der Deutsche Apothekerverband gegen den bürokratischen Mehraufwand. Die KV Nordrhein wünscht viel Erfolg!

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