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KVNO kämpft für Sie: Kein Stempel für Gesundheitswoche

Die Redaktion erreichen fast täglich Bitten aus Praxen, sich für sie einzusetzen. Die meisten Hilferufe betreffen den Formular-Wildwuchs, den viele Krankenkassen in Nordrhein betreiben. Aber es gibt auch andere Themen: Diesmal haben wir einen Fall aufgegriffen, in dem es um eine ärztliche Begutachtung zur Beurteilung der Sporttauglichkeit geht.

Ein Patient der Techniker Krankenkasse (TK) hatte sich für die Teilnahme an der "TK-Gesundheitswoche" entschieden, die vom 18. bis 25. November in Überlingen statt fand. Im sechstägigen Seminarangebot stehen unter anderem Walking, Schwimmen und Freizeitspiele. Die Teilnahme dient präventiven Zwecken und wird von der Kasse mit 384 Euro pro Teilnehmer bezuschusst. Zum Vergleich: Für die gesamte ambulante Versorgung eines Patienten in Nordrhein standen in diesem Jahr 334 Euro zur Verfügung.

Doch damit nicht genug. Ihren Versicherten schickte die TK in die Praxis von Dr. Heiner Pasch. Der Hausarzt aus Kürten solle bescheinigen, ob gegen die Teilnahme an den Aktivitäten ärztliche Bedenken bestehen und von welchen "aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen" abgeraten werden müsse. Im Freifeld lässt die Kasse ausreichend Platz für die Aufzählung und weitere Anmerkungen. Vorgesehen sind natürlich auch Datum und Unterschrift des Arztes.

Die Grafik zeigt das Logo: KVNO kämpft für Sie

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Ein klarer Fall, dachte sich Pasch, hier wäre die sportmedizinische Untersuchung nach den GOÄ-Nummern 8 und 70 anzusetzen. Und, falls erforderlich, entsprechende Zusatzleistungen. Doch weit gefehlt: Im Kleingedruckten schreibt die TK: "Für die Bearbeitung dieser Vorlage ist die Nr. 01620 BMÄ/E-GO berechnungsfähig." Der Arzt ist empört und wendet sich an die Bezirksstelle Köln der KV Nordrhein.

Den Vorgang übernimmt Annemarie Baro. Die Leiterin der Stabsstelle Recht der Bezirksstelle Köln teilt der Kasse mit, dass ihr Vorgehen unzulässig sei. "Gesetzliche Kassen können für ihre Versicherten Bonusprogramme gewähren, wenn diese regelmäßig gesetzliche Früherkennungsuntersuchungen und qualitätsgesicherte Leistungen der Krankenkassen zur Prävention in Anspruch nehmen." Es sei aber nicht vorgesehen, dass die Kassen sich vor Durchführung der Präventionsmaßnahme eine Bescheinigung über die Sporttauglichkeit im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung ausstellen lassen und dafür eine Vergütung nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab vorsehen.

Nach Auffassung der KV Nordrhein ist bereits das Abstempeln und Unterzeichnen der Bonushefte nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung. "Vielmehr können die Vertragsärzte die ärztlichen Eintragungen nach der Gebührenordnung für Ärzte abrechnen." Baro fordert die TK auf, den Hinweis auf die Vergütung aus der Bescheinigung zu entfernen oder dafür zu sorgen, dass diese nicht mehr verwandt wird. Eine Reaktion der TK stand bis Redaktionsschluss noch aus.

NAU

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