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DMP Brustkrebs neu ausgerichtet: Nachsorge steht im Fokus

28.09.2018

Das Disease-Management-Programm (DMP) Brustkrebs ist überarbeitet worden. Der Schwerpunkt liegt nun auf der Nachsorge. Das neu ausgerichtete DMP startet am 1. Oktober 2018. Ärzte und Patienten, die bereits am DMP Brustkrebs teilnehmen, müssen sich nicht neu einschreiben.

Bisher lag der Schwerpunkt des DMP Brustkrebs auf der Primärtherapie, die jedoch durch die nachsorgenden Gynäkologen wenig beeinflussbar war. Denn die zertifizierten Brustkrebszentren entschieden in den meisten Fällen, welche Therapie erfolgen sollte – etwa Operation, Chemo-, Antikörper- oder Strahlentherapie.

Aufgrund der Änderungen wurde der DMP-Vertrag zum 1. Oktober 2018 angepasst. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Teilnahmedauer für Patienten: Die maximale Teilnahmedauer am DMP Brustkrebs wurde bereits zum 1. Oktober 2017 von fünfeinhalb auf zehn Jahre verlängert. Sie startet ab dem Datum der histologisch gesicherten Erstdiagnose. Bei Auftreten eines Rezidivs ist nun ein Verbleib für weitere zehn Jahre möglich.

Adhärenz verbessern, Nebenwirkungen erfassen: Ein Schwerpunkt des aktualisierten Programms ist die Unterstützung beim Einhalten empfohlener, lang andauernder Therapien. Ziel ist die konsequente Fortführung der endokrinen Therapie über mindestens fünf Jahre. Dabei werden künftig auch die Nebenwirkungen regelmäßig erfasst, um Betroffene besser unterstützen und behandeln zu können.

Nachsorge im Fokus: Das Nachsorgekapitel wurde neu gefasst. Die Anforderungen an die Nachsorgeinhalte sind alle gleichermaßen relevant. Hierzu zählen unter anderem:

  • Vermeiden von Folgeerkrankungen wie etwa Osteoporose oder Herzinsuffizienz
  • Beobachtung möglicher kardiotoxischer Auswirkungen der durchgeführten Therapie
  • Motivation zu körperlichem Training und gesundheitsbewusster Ernährung
  • aktive Exploration psychosomatischer und psychosozialer Probleme
  • Beratung zur Kontrazeption während der Brustkrebstherapie und über mögliche Auswirkungen der systemischen Therapie auf die Fertilität

Neue Qualitätsziele: Die Qualitätsziele wurden ebenfalls verändert. Sie konzentrieren sich nun vermehrt auf die vom nachsorgenden Arzt beeinflussbaren Inhalte. Neben der bereits erwähnten Fortführung der endokrinen Therapie über mindestens fünf Jahre und der regelmäßigen Erfassung von Nebenwirkungen wurde auch die Einschätzung von Langzeitfolgen der Tumortherapie sowie die Motivationsförderung zu körperlichem Training und Beobachtung des Body-Maß-Index neu aufgenommen. Weiteres neu eingeführtes Qualitätsziel: eine Biopsie zur Rezeptorbestimmung bei erstmaligem Auftreten viszeraler Fernmetastasen.

Dokumentation neugestaltet: Aus den neuen Qualitätszielen ergibt sich eine komplette Neugestaltung der Dokumentation. Zahlreiche bisherige Dokumentationsfelder konnten gestrichen werden, die beispielsweise die Primärtherapie betrafen und schon durch Krebsregister oder Brustkrebszentren erhoben wurden. Die neuen Dokumentationsfelder sind weitgehend selbsterklärend, bei Bedarf unterstützt die neue Ausfüllanleitung, die im Internet der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein zur Verfügung steht.

Bitte achten Sie darauf, für Patienten ab dem 4. Quartal 2018 nur noch die neuen Dokumentationen zu verwenden und entsprechend Ihre Praxissoftware zu aktualisieren.

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