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Neue STIKO-Empfehlungen 2017

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat Ende August ihre Empfehlungen veröffentlicht. Neuerungen betreffen die nasale Influenza-Impfung für Kinder und Jugendliche, Hepatitis und Herpes Zoster und Tetanus. Die STIKO-Empfehlungen sind Grundlage der Schutzimpfungs-Richtlinie, die nun innerhalb von zwei Monaten durch den Gemeinsamen Bundesausschuss angepasst werden muss – und dann für die vertragsärztliche Versorgung gilt.

Nasale Influenza-Impfung: Für die Influenza-Impfung bei Kindern und Jugendlichen empfiehlt die STIKO nicht mehr die präferenzielle Verwendung des nasalen Impfstoffes (LAIV). Die Empfehlung war bereits in der letzten Saison ausgesetzt worden. „Wirksamkeitsdaten der letzten Saisons konnten eine Überlegenheit von LAIV nicht mehr belegen“, ergänzt die STIKO in der wissenschaftlichen Begründung.

Das Bild zeigt einen Arzt, der eine Spritze in der Hand hält; Foto: miss_mafalda, Fotolia

Kleiner Pieks, große Wirkung: Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlungen kürzlich überarbeitet.

Der nasale Impfstoff sollte jetzt nur noch bei Kindern und Jugendlichen von 2 bis 17 Jahren bei Hindernissen für eine Injektion präferenziell verwendet werden, zum Beispiel bei einer Spritzenphobie oder Gerinnungsstörungen. Nach den derzeitigen Vorgaben der Schutzimpfungs-Richtlinie können Praxen den nasalen Impfstoff nicht zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnen.

Die STIKO hat weiterhin keine Empfehlung ausgesprochen, einen tetravalenten Grippe­impfstoff bevorzugt einzusetzen. In Nordrhein sollten die rabattierten Grippeimpfstoffe Afluria und Influvac verwendet werden.

Hepatitis: Bei der Impfung gegen Hepatitis A und B werden ehrenamtlich Tätige mit einem erhöhten Expositionsrisiko ergänzend erwähnt und so Personen mit einem beruflichen Expositionsrisiko in der Empfehlung gleichgestellt. Auch hier muss erst die Schutzimpfungs-Richtlinie angepasst werden, ehe die Personen zulasten der GKV geimpft werden können.

Herpes Zoster: Für Herpes Zoster wird weiterhin keine Standardimpfung empfohlen. Modellierungsergebnisse zeigen nur eine geringe Reduktion der Gesamtzahlen durch die Impfung mit dem Lebendimpfstoff. Für einzelne Patienten kann die Impfung laut STIKO nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung durchaus sinnvoll sein. Eine Impfung mit Zostavax zulasten der GKV ist aktuell nicht möglich.

Tetanus: Eine Tetanus-Auffrisch-Impfung empfiehlt die STIKO bei geringfügigen und sauberen Wunden nur noch, wenn die letzte Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt. Bisher galt eine Frist von fünf Jahren. Weiterhin empfiehlt die STIKO im Verletzungsfall einen Kombinationsimpfstoff mit Diphterie und Pertussis einzusetzen, um bestehende Impflücken zu schließen. Weitere Änderungen der STIKO-Empfehlungen betreffen die allgemeinen Hinweise zur Aufklärungspflicht und zur Impfung bei Immundefizienz bzw. Immunsuppression.

Dr. Holger Neye