Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Mit MRSA-Patienten in der Praxis umgehen

„Hallo, ich habe MRSA“. Kennen Sie die Situation? Sie sitzen am Empfang der Praxis und nehmen einen Anruf entgegen. Am Telefon ist ein Patient der Praxis, bittet um einen Untersuchungstermin – und weist darauf hin, dass er mit MRSA belastet sei. „Wann kann ich vorbeikommen?“

Bei dieser Terminvergabe sind einige Punkte zu beachten. „Aus infektionspräventiver Sicht tragen Medizinische Fachangestellte eine große Verantwortung“, weiß Khang Vu, Hygieneberaterin der KV Nordrhein. Ein mit MRSA kolonisierter oder infizierter Patient dürfe in der Praxis untersucht werden. Er sollte jedoch möglichst am Ende der Sprechstunde eintreffen, damit kein nachfolgender Patient den Erregern ausgesetzt wird. „Die Terminvergabe ist also in diesem Fall eingeschränkt“, erläutert Vu.

Das Foto zeigt eine MFA am Telefon. Foto: Kzenon/Fotolia

Bei der Terminvergabe von MRSA-Patienten sind einige Punkte zu beachten.

Ein MRSA-Patient in der Praxis ist kein Hexenwerk, stellt aber einige Anforderungen an die Praxislogistik und verlangt das konsequente Umsetzen von Standardhygienemaßnahmen. „Auch wenn er aus Rücksicht versuchen wird, so wenig wie möglich anzufassen: Weisen Sie ihn beim Eintreffen unbedingt in die hygienische Händedesinfektion ein“, betont die Krankenpflegerin und Hygienekontrolleurin.

Um Kontaktflächen zu minimieren, führen sie den Patienten direkt in ein Behandlungszimmer – er sollte nicht zuerst im Wartezimmer Platz nehmen. „Wenn er hustet, bieten Sie ihm am besten einen Mund-Nasen-Schutz an“, so Vu. Für das gesamte Personal gilt: Vor und nach dem Patientenkontakt sind die Hände zu desinfizieren, auch wenn Einmalhandschuhe getragen wurden.

Während der Behandlung

Schutzkittel sind bei möglichem Kontakt zu Körpersekreten oder Ausscheidungen indiziert. Der Mund-Nasen-Schutz muss bei infektiösen, aerosol-bildenden Tätigkeiten getragen werden, zum Beispiel beim endotrachealen Absaugen. Besonders Blutentnahmen, Infusionen und Spritzen, Wundverbände, Vor- und Nachbereitungen von Untersuchungen und Eingriffen sind natürlich immer hygienisch einwandfrei durchzuführen. „Das dient nicht nur dem Schutz der Patienten, sondern für jeden im Praxisteam“, sagt Vu.

Nach der Behandlung sind sofort alle Kontaktflächen mit einem wirksamen Flächendesinfektionsmittel zu reinigen. Das gilt zum Beispiel für Behandlungsliege, Pflegehilfsmittel, Tisch, Stuhl, Handlauf oder Türklinke. Vu: „Denken Sie daran, dass auch die Toilettenräume zu desinfizieren sind, wenn der Patient das WC genutzt haben sollte.“

Punkt für den Hygieneplan

Damit alles reibungslos läuft, sollten die Maßnahmen im Umgang mit MRSA-Patienten im Hygieneplan der Praxis stehen. Den Umgang kann man auch im Rahmen der jährlichen Hygiene-Schulung besprechen. Regen Sie das Thema doch einfach bei Gelegenheit an.

Übrigens: Händeschütteln ist ohne Handschuhe aus hygienischer Sicht absolut in Ordnung. Bevor Sie etwas anderes danach berühren, sollten Sie aber die Hände desinfizieren.

Sie haben Fragen rund um das Thema „Hygiene in der Praxis“? Sprechen Sie unsere Hygieneberatung an. Oder schauen Sie auf unsere entsprechende Internetseite: Hier finden Sie Musterhygienepläne, einen Online-Check mit dem Sie feststellen können, wie gut die Praxis mit dem Thema umgeht, und noch vieles mehr.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Mehr Infos zum Datenschutz