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Elektronischer Arztbrief: Geringer finanzieller Anreiz

Ab 1. Januar 2017 werden elektronische Arztbriefe laut E-Health-Gesetz finanziell gefördert. Doch die Vergütung liegt bei 55 Cent, die sich Sender (28 Cent) und Empfänger (27 Cent) teilen. Details zu Inhalt und Struktur der Briefe sowie zur Abrechnung hat die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung beschlossen.

In einer Richtlinie ist geregelt, wie Ärzte eArztbriefe sicher übermitteln. Eine solche Vorgabe hatte der Gesetzgeber verlangt. Denn nach dem E-Health-Gesetz zahlen die Krankenkassen im Jahr 2017 eine Pauschale von insgesamt 55 Cent für jeden elektronisch übermittelten Brief, wenn dessen Übertragung sicher erfolgt und der Papierversand entfällt. Ärzte müssen die Briefe zudem mit dem Heilberufsausweis qualifiziert elektronisch signieren.

Technische Anforderungen

Die Richtlinie sieht vor, dass Ärzte und Psychotherapeuten zum Versenden und Empfangen der eArztbriefe ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) verwenden. Ein solches Netzwerk ist zum Beispiel das so genannte Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen, kurz KV-SafeNet. Weitere Voraussetzung: Die Praxissoftware ist von der KBV für den eArztbrief zertifiziert.

Besondere Sicherheitsanforderungen muss auch der Kommunikationsdienst erfüllen, mit dem die Briefe übermittelt werden. Er muss unter anderem eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachricht sowie die eindeutige Identifizierung von Absender und Empfänger gewährleisten. Diese Voraussetzungen erfüllt beispielsweise der Kommunikationsdienst KV-Connect.

Fehlender Anreiz

Da sowohl Sender als auch Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, um Arztbriefe elektronisch übermitteln zu können, wird die Förderung von 55 Cent pro Brief zwischen beiden aufgeteilt.

Die Vergütungsregelung dürfte die Intention des E-Health-Gesetzes konterkarieren, die sichere elektronische Kommunikation zu stärken. Denn Praxen erhalten 55 Cent pro Arztbrief, den sie via PC oder über das klassische Faxgerät faxen – und mit einer Flatrate entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.

Frank Naundorf

Vergütung des eArztbriefs

GOP
Bezeichnung Vergütung
86900
Versenden eines elektronischen Briefes je Empfänger-Praxis 28 Cent
86901 Empfangen eines elektronischen Briefes 27 Cent

Der elektronische Versand von Arztbriefen ersetzt den Versand per Post oder Fax. Das heißt: Werden die Gebührenordnungspositionen (GOP) 86900 oder 86901 berechnet, können für denselben Brief an denselben Adressaten nicht die Kostenpauschalen 40120 bis 40126 abgerechnet werden.

Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Beim Versand gibt es eine Obergrenze, die abhängig von der Fachgruppe ist und sich nach der Zahl der Behandlungsfälle im Quartal richtet. Beispiel: Eine Hausarztpraxis mit 1.120 Behandlungsfällen im Quartal darf die GOP 86900 in diesem Zeitraum maximal 1.120 Mal abrechnen.

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