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Praxisassistenten auch für Fachärzte: Mehr Geld für delegierbare Leistungen

Die Delegation von ärztlichen Leistungen wird stärker gefördert. Seit 1. Juli gibt es dazu im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ein neues Kapitel. Jetzt erhalten auch Fachärzte Zuschläge auf Besuche, die qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) in Pflegeheimen durchführen.

Der Bewertungsausschuss hatte beschlossen, die Förderung der NäPa vom hausärztlichen auf den fachärztlichen Bereich auszudehnen. Neu in dem eigenen Kapitel 38 "Delegierbare Leistungen" sind die GOP 38100 (alt: 40240) und GOP 38105 (alt: 40260). Sie wurden inhaltsgleich zu den bisherigen GOP übernommen, aber höher bewertet.

Besucht eine Medizinische Fachangestellte (MFA) ohne weitere Zusatzqualifikation einen Patienten, wird dieser Besuch seit Juli mit knapp acht Euro deutlich besser vergütet als bisher mit 5,10 Euro. Mehr Geld gibt es auch für den Mitbesuch durch einen beauftragten Mitarbeiter: rund vier Euro statt 2,60 Euro.

Das Foto zeigt eine nichtärztliche Praxisassistentin bei einer Untersuchung

NäPa unterstützen Ärzte bei der Betreuung von Patienten. Delegierbare Leistungen, die NäPa übernehmen können, werden seit Juli stärker gefördert. (Foto: dpa | picture-alliance)

Höhere Kostenpauschalen

Auch die Arbeit von NäPa, wie der Entlastenden Versorgungsassistentin (EVA), wird besser vergütet. Hierfür sind im neuen EBM-Kapitel 38 Zuschläge enthalten: GOP 38200 als Zuschlag zur GOP 38100 und GOP 38205 als Zuschlag zur GOP 38105. Damit ist der Patientenbesuch von NäPa mit insgesamt 166 Punkten (17,32 Euro) bewertet, der Mitbesuch mit insgesamt 122 Punkten (12,73 Euro).

Die neuen Zuschläge 38200 und 38205 können auch Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte abrechnen. Damit können jetzt auch kleinere Hausarztpraxen, die bislang aufgrund ihrer Fallzahl keine Genehmigung für die Abrechnung von Leistungen von NäPa erhalten konnten, die Zuschläge berechnen.

Hausärzte, die die Voraussetzungen nach EBM-Kapitel 3 erfüllen, können alternativ unverändert die GOP 03062 und 03063 für das Aufsuchen von Patienten durch NäPa abrechnen.

Haus- und fachärztliche NäPa

Fachärzte bekommen im Kapitel 38 nun die gleiche Vergütung wie Hausärzte – der Einsatz von NäPa beim Facharzt ist allerdings auf Pflegeheime beschränkt.

Praxen, die die GOP 38200 und 38205 abrechnen wollen, benötigen eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. Dabei müssen sie erklären, dass sie eine NäPa mit mindestens 20 Wochenstunden beschäftigen und diese über die geforderte Qualifikation und Erfahrung verfügt. Fortbildungen zur NäPa von Hausärzten und Fachärzten werden von der nordrheinischen Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung angeboten.

Ärzte, die bereits über eine Genehmigung für NäPa verfügen, müssen keinen neuen Antrag auf Genehmigung nach Kapitel 38.3 stellen.Die Beschlüsse des Bewertungsausschusses bedürfen noch der Zustimmung durch das Bundesministerium für Gesundheit. Diese lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Sigrid Müller | Ulrike Giese

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