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Aktuelle Fragen an die Serviceteams und deren Antworten: Die Europäische Krankenversichertenkarte

Erkrankt ein im Ausland versicherter Patient bei einem vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland, bestehen unterschiedliche Vorgehensweisen und Abrechnungsmodalitäten.

Welche Patienten legen eine Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) vor?

Patienten mit Wohnsitz im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in der Schweiz werden eine EHIC oder eine Ersatzbescheinigung (PEB) vorlegen. In diesen Fällen wird Muster 80 und/oder 81 ausgefüllt.

Wann wird welches Muster ausgefüllt?

Muster 81 (Erklärung des Patienten) muss der Patient immer ausfüllen und unterschreiben. Er gibt hier auch die von ihm gewählte deutsche Krankenkasse an. Muster 80 wird nur dann ausgefüllt, wenn die EHIC oder PEB sowie ein Identitätsnachweis wie Personalausweis oder Reisepass nicht kopiert werden können.

Was passiert mit den ausgefüllten Vordrucken?

Sie schicken eine Kopie der EHIC/PEB, des Identitätsnachweises – oder Muster 80 sowie das Muster 81 schnellstmöglich an die vom Patienten ausgewählte deutsche Krankenkasse. Eine Zweitkopie bleibt in der Praxis und wird zwei Jahre lang aufbewahrt. Für die Versendung der Unterlagen an die Krankenkasse kann die Gebührenordnungsposition 40120 abgerechnet werden.

Wie legt man den Patienten in der Software an?

Die Patienten werden im Ersatzverfahren angelegt. Im Feld „Status“ tragen Sie die Ziffer 1 für die „Versichertenart“ (Feldkennung 3108) und der Ziffer 7 für die „besondere Personengruppe“ (Feldkennung 4131) ein. Bei Überweisungen übernehmen Sie bitte diese Angaben.

Welche Leistungen sind bei Patienten aus den EWR-Staaten abrechnungsfähig?

Die Patienten haben Anspruch auf alle Leistungen, die sich während ihres Aufenthalts in Deutschland unter Berücksichtigung der Art der Leistung und der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer als medizinisch notwendig erweisen.

Wie rechnet man Patienten ab, die nicht aus einem EWR-Staat kommen?

Patienten aus einem Land mit bilateralem Abkommen über soziale Sicherheit können mit Vordruck E112 der ausländischen Kranken­kasse zu einer ausgewählten deutschen Krankenkasse gehen. Dort erhalten sie einen Abrechnungsschein. Folgende Staaten nehmen an dem bilateralen Abkommen teil: Bosnien, Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei, Tunesien und Israel (nur für Leistungen bei Mutterschaft).

Welche Leistungen sind hier abrechnungsfähig?

Leistungen bei Krankheit und Mutterschaft, sofern eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich ist. Auf dem Abrechnungsschein ist die Einschränkung „für sofort notwendige Leistungen“ vermerkt.

Was machen wir, wenn ein Patient weder aus einem europäischen Land noch aus einem Land mit bilateralem Abkommen stammt?

Dann muss die Praxis die Behandlung privat in Rechnung stellen. Dies gilt auch für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel.

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