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Asylbewerber: Daten auf Scheinen sorgfältig eingeben

Die Abrechnung von Leistungen bei Asylbewerbern ist nicht einfach. Zunächst einmal ist zu unterscheiden, wer zuständig ist: Für Ersteinrichtungen oder Notunterkünfte ist es das Land Nordrhein-Westfalen, danach sind Städte und Gemeinden zuständig. Darunter sind einige, in denen es elektronische Gesundheitskarten (eGK) für Asylbewerber gibt, in anderen geben Sozial- oder Asylamt Berechtigungsscheine aus oder es gelten Anspruchsnachweise einer gesetzlichen Krankenkasse.

Alle Scheine haben ihre Tücken: Es ist extrem wichtig, dass bei manueller Eingabe die Angaben genau vom Anspruchsnachweis oder dem Berechtigungsschein übernommen werden – wenn die Daten nicht exakt übereinstimmen, kann es bei der Abrechnung haken.

Übrigens: Einen Anspruchsnachweis einer gesetzlichen Krankenkasse legen Asylbewerber vor, wenn die zuständige Gemeinde der NRW-Rahmenvereinbarung beigetreten ist und die Krankenkasse die eGK noch nicht ausgegeben hat.

Möglich ist auch, dass das Ersatzverfahren der Gesetzlichen Krankenversicherung anzuwenden ist; nämlich dann, wenn die eGK nicht vorgelegt werden kann oder diese defekt ist. Der Anspruchsnachweis ist – wie die eGK - mit dem Statusmerkmal „9“ im Element „Besondere Personengruppe“ gekennzeichnet.

Achten Sie darauf, dass der richtige Status in die Software eingetragen wird. Denn diese Kennzeichnung sorgt dafür, dass die Leistungen außerhalb des Regelleistungsvolumens bezahlt werden und dem richtigen Abrechnungsbereich zugeordnet werden können.

Die eGK macht den Vorgang einfacher: Beim Einlesen erfolgt die Zuordnung automatisch, denn das neue Statusmerkmal „9“ kann seit Januar 2016 von der Praxissoftware gelesen werden.