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Richtlinie geändert: Antidiarrhoika für Kleinkinder

Die Verordnung von Antidiarrhoika ist in der Arzneimittel-Richtlinie wieder eingeschränkt worden. Ärzte dürfen Arzneimittel mit Lactobacillus rhamnosus GG (Infectodiarrstop LGG) nicht mehr für Säuglinge und Kleinkinder auf einem Kassenrezept verordnen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat seinen Beschluss revidiert, weil nach erneuter Studien-Analyse keine kürzere Diarrhoedauer erkennbar war.

Nach der Arzneimittel-Richtlinie (Anlage III, Absatz 12) dürfen Ärzte nur folgende Antidiarrhoika verordnen:

  • Elektrolytpräparate zur Rehydratation bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr
  • Escherichia coli Stamm Nissle 1917 (mindestens 108 vermehrungsfähige Zellen/ Dosiseinheit), zum Beispiel Mutaflor bei Säuglingen und Kleinkindern zusätzlich zu Rehydratationsmaßnahmen
  • Saccharomyzes boulardii (zum Beispiel Perenterol, Perocur, Yomogi) nur bei Kleinkindern und Kindern bis 12 Jahre zusätzlich zu Rehydratationsmaßnahmen
  • Motilitätshemmer (zum Beispiel Loperamid)
    • nach kolorektalen Resektionen in der postoperativen Adaptationsphase oder
    • bei schweren und länger andauernden Diarrhöen, auch wenn diese therapieinduziert sind, sofern eine kausale oder spezifische Therapie nicht ausreichend ist;

Bitte beachten Sie: Eine Anwendung über vier Wochen bedarf der besonderen Dokumentation und Verlaufsbeobachtung.

HON

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