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Vergütung des Medikationsplans steht

Patienten haben seit 1. Oktober Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei verordnete, systemisch wirkende Medikamente dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – gleichzeitig einnehmen beziehungsweise anwenden. Der Plan soll möglichst sämtliche verschreibungspflichtigen Arzneimittel sowie die Selbstmedikation des Patienten umfassen. Dazu werden unter anderem der Wirkstoff, die Dosierung, der Einnahmegrund sowie sonstige Hinweise zur Einnahme aufgeführt. Den Medikationsplan erstellt in der Regel der Hausarzt. Haben Patienten keinen, sind auch Fachärzte in der Pflicht – und zwar derjenige, der die Arzneimitteltherapie überwiegend koordiniert.

Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben eine Vergütungs-Vereinbarung geschlossen. Hausärzte und Pädiater erhalten demnach:

  • die neue GOP 01630 als Einzelleistungsvergütung für Patienten, für die sie nicht die Chronikerpauschale abrechnen. Die GOP kann nur ein Arzt pro Jahr als Zuschlag zur Versichertenpauschale (GOP 03000 / 04000) abrechnen. Der Zuschlag ist mit 39 Punkten bewertet (ca. vier Euro), darin sind auch die Aktualisierungen enthalten.

  • oder

  • die GOP 03222 / 04222 als Zuschlag zur Chronikerpauschale. Damit ist die Erstellung eines Medikationsplans und dessen Aktualisierung bei Patienten vergütet. Der Zuschlag wird leistungsunabhängig einmal im Behandlungsfall (Quartal) gezahlt; Ärzte erhalten ihn also unabhängig davon, ob sie für den Patienten einen Plan erstellt oder aktualisiert haben. Der Zuschlag ist mit 10 Punkten bewertet (ca. ein Euro); die Kassenärztliche Vereinigung setzt ihn automatisch zu.

Hausärzte erhalten keinen Zuschlag, wenn sie im selben Behandlungsfall den hausärztlich geriatrischen Betreuungskomplex (GOP 03362) abgerechnet. Der Zuschlag ist nicht berechnungsfähig, wenn im Krankheitsfall der Medikationsplan als Einzelleistung (GOP 01630) berechnet wurde.

Fachärzte erhalten:

  • die GOP 01630 als Einzelleistungsvergütung für Patienten, bei denen sie die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale Onkologie, die GOP 30700 (Schmerztherapie) beziehungsweise die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale für die Behandlung eines Transplantatträgers abrechnen. Die Abrechnung erfolgt als Zuschlag von 39 Punkten (ca. vier Euro). Er kann je Patient einmal im Krankheitsfall (einmal in vier Quartalen) von einem Vertragsarzt abgerechnet werden

  • oder

  • einen Zuschlag zur fachärztlichen Grundpauschale, den die KV automatisch ergänzt. Die Höhe des Zuschlags liegt abhängig von der Fachgruppe zwischen zwei und neun Punkten. Gruppen, die viele Medikamente verordnen und öfter einen Plan aktualisieren oder ausstellen, erhalten einen höheren Zuschlag als Gruppen mit wenigen Verordnungen. Gruppen, die keine oder sehr wenige Medikamente verordnen, erhalten keinen Zuschlag.

Der Zuschlag vergütet das Erstellen und Aktualisieren eines Medikationsplans. Er wird einmal im Behandlungsfall (Quartal) gezahlt: Ärzte erhalten den Zuschlag also unabhängig davon, ob sie für den Patienten einen Plan erstellt oder aktualisiert haben. Die Zuschläge sind nicht berechnungsfähig, wenn im Krankheitsfall schon die Einzelleistung (GOP 01630) abgerechnet wurde.

Detaillierte Informationen auch zur technischen Umsetzung und Handhabung erläutert die kommende Ausgabe von KVNO aktuell.