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Weiterführendes geriatrisches Assessment wird einfacher

Die Regelungen für geriatrisch spezialisierte Hausärzte werden ab Oktober vereinfacht. So entfällt in bestimmten Fällen die Überweisungspflicht für ein weiterführendes geriatrisches Assessment. Der Bewertungsausschuss hat dazu den Abschnitt 30.13 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) angepasst.

Bislang darf ein weiterführendes geriatrisches Assessment (GOP 30984) nur auf Überweisung eines Hausarztes oder von bestimmten Fachärzten in Kooperation mit einem Hausarzt erfolgen. Das Assessment ist Teil der spezialisierten geriatrischen Diagnostik, die vor einem Jahr neu in den EBM aufgenommen wurde.

Ab dem 1. Oktober können geriatrisch spezialisierte Hausärzte für ihre Patienten selbst das weiterführende geriatrische Assessment durchführen und die Gebührenordnungsposition (GOP) 30984 abrechnen. Voraussetzung ist, dass ein anderer spezialisierter geriatrischer Vertragsarzt bescheinigt, dass das Assessment erforderlich ist. Dieser rechnet dafür die GOP 30981 (Vorabklärung durch den geriatrisch spezialisierten Vertragsarzt) ab.

Lediglich die Prüfung durch den Hausarzt, ob ein Patient überhaupt für eine weiterführende geriatrische Diagnostik geeignet ist und gegebenenfalls zusätzliche Befunde für das weiterführende Assessments erforderlich sind, darf auch jetzt schon durch ihn erfolgen (GOP 30980). Daran ändert sich nichts.

Vereinfachung auch in MVZ und BAG

Bei Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) musste zusätzlich nachgebessert werden, da Überweisungen innerhalb der Einrichtungen bislang nicht möglich sind. Dies ändert sich künftig. Voraussetzung ist, dass in dem MVZ oder der BAG ein Hausarzt und ein geriatrisch spezialisierter Arzt zusammenarbeiten und zuvor ein hausärztliches geriatrisches Basisassessment (GOP 03360) erfolgt ist, aus dem sich die Notwendigkeit für ein weiterführendes Assessment ergeben hat.

Der Aufwand für die Abstimmung ist innerhalb eines MVZ oder einer BAG geringer. Daher wird die Vergütung der Vorabklärung (GOP 30980 und GOP 30981) halbiert: Statt 20,43 Euro (GOP 30980) und 13,79 Euro (GOP 30981) erhalten Ärzte dort 10,21 beziehungsweise 6,90 Euro.