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DMP Brustkrebs aktualisiert: Nachsorge stärker im Fokus

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte am 20. April eine Aktualisierung zum Disease-Management-Programm (DMP) Brustkrebs beschlossen. Dieser Beschluss tritt nun zum 1. Oktober 2017 in Kraft. Die regionalen Vertragspartner haben aber noch bis zum 1. Oktober 2018 Zeit, die Verträge zum DMP Brustkrebs entsprechend anzupassen.

Durch die Aktualisierung rückt die Nachsorge stärker in den Fokus. So wurde im Anforderungstext ein Nachsorgekapitel eingefügt, die Qualitätsziele und die entsprechenden Dokumentationsparameter beziehen sich auf die Langzeitbegleitung nach Brustkrebs im Sinne von „survivorship care“. Insbesondere die Adhärenz zur inzwischen bis zu zehn Jahre lang empfohlenen endokrinen Therapie soll durch regelmäßige Erfassung (und entsprechende Behandlung) der Nebenwirkungen verbessert werden. Zahlreiche bisher erfasste Dokumentationsparameter zur primären Therapie wurden gestrichen.

Bernd Bankamp, Gynäkologe aus Krefeld und Vorsitzender des Bezirksverbands Nordrhein/Linker Niederrhein beim Berufsverband der Frauenärzte, begrüßt die Änderung: „Viele Frauenärzte haben das DMP Brustkrebs in den letzten Jahren leider nur wenig genutzt, da die bisher erfragten Inhalte recht wenig mit der realen Nachsorge in den Praxen zu tun hatte. Von daher begrüße ich den geänderten Fragenkatalog, vor allem im Hinblick auf das Nachsorgekapitel. Die Anpassung an eine heute übliche 10-jährige Nachsorge, sowie zum Beispiel das Abfragen von Nebenwirkungen der antihormonellen Medikation waren überfällig. Dies müsste der Akzeptanz des DMP neuen Schwung verleihen. Der Berufsverband wird seine Mitglieder auch noch gesondert darüber informieren.“

Die Anforderungen an das DMP Brustkrebs wurden seit der Erstfassung im Jahr 2002 zum dritten Mal überarbeitet. Mit den vorliegenden Empfehlungen hat der G-BA insbesondere die inhaltlichen Vorgaben zur Behandlung im Hinblick auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse aktualisiert.