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Ausschreibungen regeln Bezug von Zytostatika-Rezepturen

Der Bezug von Zytostatika-Zubereitungen wird zunehmend durch Ausschreibungen geregelt. Dabei werden Praxen verpflichtet, die Zubereitungen für ihre Patienten in einer bestimmten Apotheke zu beziehen, die im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag bekommen hat. In Nordrhein hat die AOK Rheinland/Hamburg die ersten Zuschläge erteilt, die ab dem 1. August 2016 gelten. Weitere Kassen werden nachziehen.

Anwendungsfertige Zytostatika-Zubereitungen werden in der Regel nicht in der Praxis, sondern in einer Apotheke hergestellt und am Behandlungstag in die Praxis geliefert. Dabei ist die freie Apothekenwahl des Patienten eingeschränkt. Stattdessen sprechen sich Praxis und Apotheke ab. So ist es in § 11 Abs. 2 des Apothekengesetzes geregelt. Praxen arbeiten meist mit einer Apotheke zusammen. Diese muss ihren Sitz nicht am Ort der Arztpraxis haben.

Apothekenwahl der Praxis wird aufgehoben

Durch die Ausschreibungen für Zytostatika-Zubereitungen wird die Wahl der Apotheke durch die Praxis aufgehoben und stattdessen von der Kasse vorgegeben. Die Ausschreibungen basieren auf einem Urteil des Bundessozialgerichtes aus 2015. Darin bestätigt das Gericht, dass die freie Apothekenwahl durch eine Ausschreibung aufgehoben wird, wenn die Krankenkasse in dem Gebiet der Praxis den Versorgungsauftrag per Ausschreibung an eine spezielle Apotheke vergeben hat.

In der aktuellen Ausschreibung der AOK Rheinland/Hamburg haben Apotheken je einen Zuschlag in einer Region nach Postleitzahl erhalten. Die Versorgungsverträge treten zum 1. August 2016 in Kraft und gelten zunächst für zwei Jahre. Anderen Apotheken, die in der Region keinen Zuschlag erhalten haben, werden die Zubereitungen nicht vergütet. Die AOK hat Apotheken und onkologische Praxen bereits informiert.

HON