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Neu geregelt: Versorgung von Asylbewerbern

Bei der ärztlichen Versorgung von Asylbewerbern in Einrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen gibt es Änderungen. Der im Oktober 2015 geschlossene Vertrag wird zum 1. April 2017 modifiziert. Die wesentlichen Neuerungen:

  • Bisher wurden die ärztlichen Leistungen ausschließlich über die Bezirksregierung Arnsberg abgerechnet. Ab dem 2. Quartal 2017 rechnen Praxen ihre Leistungen gegenüber der örtlich zuständigen Bezirksregierung an, in deren Bereich sich die Einrichtung befindet. Für Nordrhein sind dies die Bezirksregierung Düsseldorf (Vertragskassennummer, kurz VKNR: 24901) und die Bezirksregierung Köln (VKNR 27901).
  • Für die Eingangsuntersuchung gibt es drei Symbolnummern (SNR) und Vergütungen. Die Differenzierung der Vergütungspauschalen war nötig, weil die Asylbewerber oft schnell die Einrichtungen wechseln, ohne dass der Tuberkulintest zum Beispiel bei Kindern unter 6 Jahren durchgeführt werden konnte. Dies führte bei der Abrechnung der Eingangsuntersuchungen zu Schwierigkeiten.

Die SNR 92501 können Ärzte wie bisher abrechnen, wenn die Tuberkulintestungen und Blutentnahmen für den Interferon-Gamma-Test durchgeführt werden. Die neue SNR 92501A ist abrechenbar, wenn die Testungen und Blutuntersuchungen nicht durchgeführt werden. Die SNR 92501B ist für die Fälle vorgesehen, in denen der zweitbehandelnde Arzt lediglich die Einrichtung aufsucht, die Leistungen dokumentiert und die entsprechenden Tuberkulintestungen oder die Blutentnahme (Interferon-Gamma-Test) durchführt.

SNR Leistung Vergütung
92501 Eingangsuntersuchung inkl. Tuberkulintest 25 Euro
92501A Eingangsuntersuchung ohne TBC-Ausschluss 20 Euro
92501B TBC-Ausschluss  10 Euro
  • Kann ein Asylbewerber keinen Krankenbehandlungsschein vorlegen, können Ärzte nach 20 Tagen die Leistungen gegenüber der Bezirksregierung privat liquidieren. Vorher muss der Krankenbehandlungsschein einmal erfolglos angefordert worden sein.
  • Der Sprechstundenbedarf wird auf einem Muster 16 verordnet und mit "9" gekennzeichnet. Kostenträger ist die jeweilige Bezirksregierung.
  • Für die Verordnungen von Arzneimitteln sowie des Sprechstundenbedarfs gelten dieselben gesetzlichen Vorschriften, die auch für die ärztliche Versorgung der GKV-Versicherten gelten. Dies bedeutet, dass grundsätzlich nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht verordnet werden dürfen.