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DMP COPD angepasst

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Regelungen zum Disease-Management-Programm (DMP) für Patienten mit COPD aktualisiert und in die DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL) aufgenommen. Aufgrund der neuen Rechtsgrundlage wurde der Vertrag zum 1. Januar 2018 angepasst. Folgende Änderungen wurden für das DMP COPD übernommen.

Einschreibung: Die Bedingungen für eine Einschreibung wurden geändert.

Voraussetzung für eine Einschreibung ist das Vorliegen einer COPD-typischen Anamnese, der Nachweis einer Reduktion von FEV1 unter 80 Prozent des Sollwertes und mindestens eines der folgenden Kriterien:

  • Nachweis der Obstruktion bei FEV1/VC < 70 Prozent nach Bronchodilatation
  • Nachweis einer Atemwegswiderstandserhöhung oder einer Lungenüberblähung oder einer Gasaustauschstörung bei Patienten mit FEV1/VC ≥ 70 Prozent und einer radiologischen Untersuchung der Thoraxorgane, die eine andere Krankheit mit gleichen Symptomen ausgeschlossen hat

Für Patienten, die vor dem 1. Januar 2018 eingeschrieben wurden, ist keine neue Einschreibediagnostik erforderlich.

Für die Erst- und Folgedokumentation ist weiterhin nur die FEV1-Messung vor einer Spasmolyse (Bronchodilatation) zugrunde zu legen. Die Messung sollte unter Berücksichtigung der Qualitätsziele mindestens alle 6 bis 12 Monate erfolgen und dokumentiert werden.

Das Bild zeigt einen Patienten beim Lungenfunktionstest; Foto: dpa| Fotoreport

Der Vertrag DMP COPD wurde aktualisiert. Änderungen gibt es auch bei der Lungenfunktionsdiagnostik.

Überweisung zum qualifizierten Facharzt: In der DMP-Anforderungen-Richtlinie werden Kriterien definiert, nach denen der Patient vom Hausarzt an den qualifizierten Facharzt zu überweisen ist. Dies gilt zum Beispiel zur Überprüfung der Indikation für eine Langzeit-Sauerstofftherapie (LOT) oder einer Therapie mit oralen Glukokortikoiden.

Maßnahmen bei Multimedikation: Bei der Verordnung von fünf oder mehr Arzneimitteln sind mindestens einmal jährlich die tatsächlich eingenommenen Arzneimittel (inklusive Selbstmedikation) zu erfassen, um Therapieänderungen oder Dosisanpassungen frühzeitig vornehmen zu können.

Tabakentwöhnung: Jeder Raucher soll künftig Zugang zu einem zertifizierten Tabakentwöhnungsprogramm von seiner Krankenkasse erhalten und fortlaufend von seinem Arzt in persönlicher Form motiviert werden, das Rauchen aufzugeben. Sofern der behandelnde Arzt ein solches Programm nicht anbietet, kann sich der Patient direkt bei seiner Krankenkasse auf deren Internetseiten über das Angebot informieren. Dokumentation aktualisiert: Die Dokumentation für COPD wurde in einigen Punkten angepasst. Bitte aktualisieren Sie deshalb Ihre Praxissoftware. Künftig ist der aktuelle FEV1-Wert, sofern durchgeführt, prozentual zum Soll-Wert anzugeben und nicht mehr in Litern. Neu hinzugekommen ist unter anderem die Abfrage, ob eine klinische Einschätzung des Osteoporoserisikos durchgeführt wurde und ob bereits Schulungen vor Einschreibung in das DMP wahrgenommen wurden. Ebenfalls hinzugekommen sind Angaben zum Tabakverzicht und der Empfehlung von Tabakentwöhnungsprogrammen sowie regelmäßigem körperlichen Training.

Neue Qualitätsziele: Die bereits bestehenden Qualitätsziele für COPD wurden teilweise angepasst und erweitert. Neue Ziele sind:

  • hoher Anteil an Teilnehmern mit mindestens einmal jährlich ermittelten FEV1-Werten
  • hoher Anteil an Teilnehmern mit einmal jährlich erfolgter klinischer Einschätzung des Osteoporose-Risikos
  • niedriger Anteil an rauchenden Patienten
  • niedriger Anteil an Fällen die systematische Glukokortikosteroide als Dauertherapie erhalten
  • niedriger Anteil an Fällen mit nicht indiziertem Einsatz an inhalativen Glukokortikosterioden
  • hoher Anteil an Teilnehmern, die eine Empfehlung zu einem mindestens einmal wöchentlichen körperlichen Training erhalten

Bitte verwenden Sie ab sofort für alle DMP (außer Brustkrebs) nur noch die indikationsübergreifenden Teilnahme- und Einwilligungserklärungen

Torsten Klüsener

DMP Asthma: Neuerungen in Vorbereitung

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat auch die Richtlinie für Patienten mit Asthma bronchiale überarbeitet und an aktuelle Leitlinien angepasst. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein wird sich mit den Krankenkassen zusammensetzen, um den Vertrag an die neuen Vorgaben für Asthma bronchiale bis zum 1. April 2019 anzupassen. Künftig soll zum Beispiel eine Einschreibung für Kleinkinder auf Basis festgelegter klinischer Kriterien bereits ab zwei Jahren möglich sein; durch spezielle Schulungen sollen auch die Eltern mehr Unterstützung erhalten. „Dafür haben wir uns auf der Bundesebene eingesetzt“, sagt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Weitere geplante Neuigkeiten: Die Kriterien der Symptomkontrolle sollen genau erfragt und in der Therapieplanung berücksichtigt werden. Auch wird das Konzept der Asthmakontrolle im Programm neu verankert. Eine jährliche Überprüfung der Einsekundenkapazität (FEV1) soll die kontinuierliche Therapiekontrolle und -anpassung besser unterstützen. Wie bereits beim Krankheitsbild COPD verankert, soll künftig auch jeder rauchende Asthma- Patient Zugang zu wirksamen Raucherentwöhnungsprogrammen erhalten und motiviert werden, mit dem Rauchen aufzuhören.