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STIKO-Empfehlung zu Grippeimpfstoffen

Die regelhafte Vierfach-Grippeimpfung ist frühestens in der Saison 2018/19 möglich. Zuvor sind Anpassungen der Schutzimpfungs-Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) nötig.

Für die kommende Saison 2018/2019 muss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) auf der Basis der STIKO-Empfehlungen die Schutzimpfungs-Richtlinie anpassen, um eine bevorzugte Impfung mit einem tetravalenten Impfstoff zu Lasten der Krankenkassen zu ermöglichen. Wir wissen allerdings noch nicht, wie kurzfristig der G-BA diese Überarbeitung vornehmen wird. Deshalb bleibt es in der noch laufenden Saison 2017/2018 bei der Empfehlung, die Dreifach-Impfstoffe einzusetzen – auch deshalb, weil es hierzu entsprechende Rabattverträge der gesetzlichen Krankenkassen mit den Herstellern der Impfstoffe gibt. Die Kosten für den Vierfach-Impfstoff werden von den Kassen nur im „medizinisch begründeten Einzelfall“ übernommen. Dies war auch in den letzten Jahren schon möglich.

Die Ständige Impfkommission hat im Epidemiologischen Bulletin vom 11. Januar 2018 Ihre Empfehlung, in der kommenden Saison 2018/2019 bevorzugt einen viervalenten Grippeimpfstoff zu verwenden, ausführlich begründet. Auf der Basis der Daten zu den Grippesaisons 2003/2004 bis 2013/2014 und mehreren Modellrechnungen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Arztkonsultationen aufgrund einer Grippeerkrankung und die Zahl der Hospitalisierungen zurückgeht, wenn ein viervalenter (QIV) anstelle eines trivalenten (TIV) Grippeimpfstoffs  zukünftig verwendet wird.

Je nach Rechenszenario geht die Zahl der Konsultationen deutschlandweit um 182.000 respektive um 388.000 pro Jahr und die Zahl der Hospitalisierungen um 844 respektive 1.863 pro Jahr zurück. Zusätzlich würde sich die Zahl der Personen, die durchschnittlich geimpft werden müssten, um einen Krankheitsfall zu vermeiden (sogenannte Number needed to vaccinate) von derzeit 13 auf 10 bis 11 sinken.

Bereits im Epidemiologischen Bulletin vom 4. Januar 2018 hat das RKI eine Einschätzung zur Grippesaison 2017/2018 gegeben und darauf hingewiesen, dass Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie bisher mit 50 Prozent aller Influenzavirus-Nachweise am häufigsten detektiert wurden. Diese B-Linie ist im diesjährigen trivalenten Impfstoff nicht enthalten. Dennoch ist laut RKI „für Personen, die in der laufenden Influenza-Saison bereits mit TIV geimpft wurden, eine Nachimpfung mit QIV nicht generell zu empfehlen“.

Sobald uns Neuigkeiten zum Thema vorliegen, informieren wir Sie an dieser Stelle.