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Schutzimpfungs-Richtlinie aktualisiert

Die Schutzimpfungs-Richtlinie ist den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) angepasst worden. Die Änderungen muss das Bundesgesundheitsministerium noch genehmigen. Erst dann können die Aktualisierungen in die Richtlinie aufgenommen werden.

Hepatitis A und B: Bei den beruflichen Indikationen werden bei der Aufzählung der Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko explizit ehrenamtlich Tätige mit vergleichbarem Expositionsrisiko entsprechend der STIKO-Empfehlung aufgenommen. In den tragenden Gründen definiert der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) „ehrenamtlich Tätige“ als alle Tätigkeiten im bürgerschaftlichen Engagement.

Herpes Zoster: Dieser wird neu in die Anlage 1 mit dem Hinweis aufgenommen, dass diese Impfung nicht als Standardimpfung empfohlen wird. Eine Verordnung von Zostavax zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist nicht möglich.

Das Bild zeigt einen Impfausweis; Foto: Stockfotos-MG, Fotolia

Die regelhafte Vierfach-Grippeimpfung ist erst in der Saison 2018/19 möglich. Zuvor sind Anpassungen der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses nötig. Doch für diese Saison haben die AOK Rheinland/ Hamburg, die Barmer, die DAK und die BIG direkt gesund mitgeteilt, dass sie die Kosten für den Vierfachgrippeimpfstoff bei medizinischer Indikation übernehmen. Der Impfstoff müsste dann auf den Namen des Patienten verordnet werden, die Leistung wird über die KV abgerechnet.

Influenza: Die Hinweise in der Schutzimpfungs-Richtlinie werden ergänzt: „Kann im medizinisch begründetem Einzelfall eine Impfung mit einem inaktivierten Influenzaimpfstoff (IIV) nicht durchgeführt werden (zum Beispiel Spritzenphobie oder Gerinnungsstörungen), können Mehrkosten durch die Anwendung eines nasalen Lebendimpfstoffs (LAIV) gerechtfertigt sein.“ Die generelle Empfehlung, den nasalen Impfstoff bei Kindern bis sechs Jahren einzusetzen, gibt es nicht mehr. Die Dokumentationsziffer 89112N entfällt. Wenn in Einzelfällen mit nasalem LAIV geimpft wird, ist die Ziffer 89112 zu verwenden.

In der Schutzimpfungs-Richtlinie wird noch einmal präzisiert, dass bei Reiseschutzimpfungen aus beruflichen Gründen nur für die in der Anlage der Schutzimpfungs-Richtlinie aufgeführten Impfungen ein eventueller Anspruch gegenüber der GKV besteht. In den tragenden Gründen zum Beschluss macht der G-BA zusätzlich deutlich, dass die GKV als nachrangiger Leistungsträger bei diesen Impfungen zu sehen ist.

Die STIKO hat am 29. November 2017 auf ihrer Homepage darauf hingewiesen, dass sie ihre Empfehlungen für einen quadrivalenten Grippeimpfstoff ändern wird. Die geänderten Empfehlungen gelten aber erst für die Saison 2018/2019.

HON