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Termin-Service: Nur wenig Patienten nehmen das Angebot in Anspruch

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

"Termin-Service floppt" – so titelten die Redakteure eines großen Radiosenders im Rheinland nach einer Recherche über die Inanspruchnahme unserer Termin-Servicestelle. Damit war nicht gemeint, dass die Einrichtung, die wir Ende Januar gemäß der gesetzlichen Vorgabe gestartet haben, nicht funktioniert – das tut sie! Gemeint war, dass nur relativ wenig Patienten das Angebot in Anspruch nehmen und somit auch nur wenige von der Vermittlung profitieren – ein Ergebnis, das wir erwartet haben. Die Ergebnisse der Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bestätigen unsere Einschätzung.

Dabei hat die geringe Inanspruchnahme nichts mit fehlender Bekanntheit zu tun: In Nordrhein kennen 71 Prozent der Befragten den Service, das ist Spitze im Bundesvergleich. 80 Prozent finden das Angebot gut – aber die Hälfte der Befragten verzichtet auf den Service, wenn nicht der Wunschtermin beim Wunscharzt vermittelt wird. Genau das aber kann die Servicestelle nicht leisten. Muss sie auch nicht.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Terminvergabe in den meisten Facharztgruppen besser funktioniert als kolportiert wird. Dafür spricht auch, dass knapp 50 Prozent der von der KBV Befragten erklärten, maximal drei Tage auf einen Termin gewartet zu haben. Ein weiteres Viertel wartete eine bis drei Wochen. Längere Wartezeiten kann auch die Servicestelle nicht immer vermeiden. Doch nach wie vor gilt: In dringlichen Fällen gibt es zeitnah Termine – in der Regel ohne Eingreifen der Servicestelle.

Lange Wartezeiten durch zu viele Patienten in Krankenhausambulanzen diagnostiziert der vdek in einem Gutachten zur "Reform der ambulanten Notfallversorgung". Gefordert werden "Portalpraxen" und "gemeinsame Leitstellen". Leider finden sich keine Ideen zur konkreten Umsetzung der wohlfeilen Wünsche – außer dem Hinweis, dass die KVen für die Organisation des Konzepts zuständig sind. Richtig ist, dass wir der mangelhaften Patientensteuerung nur durch sinnvolle Kooperationen begegnen können. Den Trend zum direkten Ansteuern der Klinik können wir nicht stoppen.

Das Bild zeigt den Vorstand der KV Nordrhein

Herzliche Grüße

Dr.  med. Peter Potthoff, Mag. iur.
Vorsitzender
Bernhard Brautmeier
Stellvertretender Vorsitzender

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