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Das Motto beim Labor muss lauten: weniger ist mehr.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Analyse unserer Abrechnungszahlen sehen wir es Quartal für Quartal: Die Kosten für das Labor steigen immer weiter – und liegen deutlich über der Summe, die wir als Grundbetrag bereitstellen können. Im ersten Quartal 2017 haben wir über den Grundbetrag Labor rund 61 Millionen Euro erhalten, aber über 71 Millionen Euro ausgegeben. Damit lag das Defizit, das wir alle über die Gesamtvergütung tragen müssen, erstmals im zweistelligen Bereich. Insgesamt haben wir 2016 rund 263 Millionen Euro für Laborleistungen vergütet – und jedes Quartal ein Defizit von durchschnittlich 4,7 Millionen Euro produziert.

Die Gründe für den andauernden Anstieg sind ebenso vielfältig wie die bislang vergeblichen Versuche, diese Entwicklung zu stoppen, zum Beispiel über den „Wirtschaftlichkeitsbonus“. Auch der jüngste Vorstoß der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für eine Laborreform, die zum 1. Januar 2018 umgesetzt werden sollte, steht schon wieder zur Disposition. Vorgesehen war, die dem Grundbetrag zugeordneten Leistungen neu zu bestimmen, beim Ausgleich etwaiger Defizite den Honoraranteil am Labor von Haus- und Fachärzten zu berücksichtigen, also die Aufteilung nach dem Verhältnis der abgerechneten Leistungen, und eine regionale Mengensteuerung über die Honorarverteilungsmaßstäbe zu ermöglichen. Der GKV-Spitzenverband aber lehnt die Neuregelung ab, da das Problem lediglich regionalisiert werde und die Regelung einseitig die Fachärzte benachteilige, da sie stärker belastet würden als vorher.

Wie auch immer eine Lösung des Problems aussehen wird: Jede Variante hat ihre Tücken. Deswegen lautet unser Appell: Statt zu überlegen, wer die immer weiter steigenden Kosten trägt, sollten wir darüber nachdenken, wie wir die Kosten für Laborleistungen dauerhaft in den Griff bekommen. Dazu muss jede Praxis ihre Laborroutinen kritisch hinterfragen: Ist jede Laboruntersuchung nötig? Haben wir noch die Ressourcen für wichtige Laboranalysen, wenn wir zu häufig reflexartig Laborleistungen in Auftrag geben? Wir betrachten es als Gemeinschaftsaufgabe, selbstkritisch an dieses Thema heranzugehen. Das Motto beim Labor muss lauten: weniger ist mehr.

Herzliche Grüße

Das Bild zeigt den Vorstand der KV Nordrhein

Herzliche Grüße

Dr. med. Frank Bergmann
Vorstandsvorsitzender
Dr.  med. Carsten König M. san.
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

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