Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Neustart in Berlin kann gelingen

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat einen neuen Vorstand. Das Wahlergebnis stimmt mich zuversichtlich, dass der Neustart in Berlin gelingen kann. Der Düsseldorfer Andreas Gassen wurde als Vorstandsvorsitzender mit 46,34 Ja-Stimmen im Amt bestätigt, Stephan Hofmeister aus Hamburg mit 51,83 Stimmen zum ersten, Thomas Kriedel aus Dortmund mit 49,15 von 60 Stimmen zum zweiten Stellvertreter gewählt.

Die Stellen hinter dem Komma ergeben sich aus der vom Gesetzgeber verlangten Stimmengewichtung in der Vertreterversammlung (VV). Obwohl in der KBV-VV mehr Fach- als Hausärzte vertreten sind, soll eine rechnerische Parität zwischen haus- und fachärztlichen Mitgliedern hergestellt werden – eine Vorgabe, die man mit viel gutem Willen noch als Kuriosum bezeichnen kann.

Ein echtes Ärgernis hingegen ist die Verpflichtung der Hausärzte zur Erstellung eines Medikationsplans. Neben der mangelhaften Vergütung für diese Leistung stößt unseren Mitgliedern besonders auf, dass sie auf den Kosten für die neuen Funktionen in der Praxissoftware sitzen bleiben sollen. Einige Softwarehersteller verlangen viel Geld für die Implementierung und den Support.

Dass Ärztinnen und Ärzte für die Umsetzung einer gesetzlichen Vorgabe so zur Kasse gebeten werden, ist inakzeptabel – kein Wunder, dass die KBV über eine eigene Software nachdenkt. Statt nun über Wettbewerbsverzerrung zu klagen, sollten die Softwareanbieter besser ihre Preispolitik kritisch prüfen.

Der nächste Schildbürgerstreich ist das Modellvorhaben zum „Blankorezept“ im Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz – ein von interessierter Seite veranlasstes Geschenk der Politik, das beim Spitzenverband der Heilmittel-Erbringer Jubel ausgelöst hat.

Die Politik lässt die Heilmittelerbringer künftig auf Grundlage einer ärztlichen Indikation selbst über Auswahl, Menge und Dauer der Heilmittelbehandlung entscheiden. Zunächst im Rahmen von Modellprojekten, aber es ist kaum zu erwarten, dass das Rad wieder zurückgedreht wird. Es mag legitim sein, das Berufsbild von Physio- und Ergotherapeu­ten, Podologen und Logopäden attraktiver zu machen – aber bitte nicht zulasten der Versorgungsqualität.

Das Bild zeigt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein

Ex cathedra fordert die Politik gern Vernetzung und Kooperation. Mit dem Blankorezept wird dieses Ziel nicht erreicht.

 

Herzliche Grüße

Dr. med. Frank Bergmann
Vorstandsvorsitzender

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Mehr Infos zum Datenschutz