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LAVA fordert: Gefährdung der ambulanten Versorgung verhindern!

15.08.2012 Pressemitteilungen

Die Krankenkassen versuchen derzeit mit allen Mitteln, die Finanzierung für die ambulante medizinische Versorgung zu vermindern. So ließ der GKV-Spitzenverband ein Gutachten von der PROGNOS AG erstellen, welches bereits nach einer ersten Bewertung nicht einmal den geringsten wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird! In diesem Parteigutachten wird dann auch prompt die angebliche Notwendigkeit einer Absenkung des Orientierungspunktwertes auf 3,2537 Cent gefordert. Das würde eine Verminderung der finanziellen Mittel für die ambulante Versorgung um über 7 Prozent bedeuten. Damit wäre die Sicherstellung der ambulanten Versorgung erheblich gefährdet.

Schon jetzt stehen in den zu LAVA verbundenen Kassenärztlichen Vereinigungen keine ausreichenden Mittel zur Verfügung, um entsprechend der überdurchschnittlich hohen Morbidität die Bevölkerung dieser Länder adäquat zu versorgen. Eine weitere Verschärfung der Finanzierungssituation führt zwangsläufig zu einem Versorgungschaos. Dies muss verhindert werden.

Wir fordern den GKV-Spitzenverband daher auf, auf eine sachliche Verhandlungsebene zurückzukehren, die es im Ergebnis den Kassenärztlichen Vereinigungen auch weiterhin ermöglicht, die ausreichende Versorgung den Patienten zu gewährleisten. Dr. Gerhard Nordmann, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der KV Westfalen-Lippe, sagte: „Der Gesetzgeber hat die Krankenkassen verpflichtet, richtigerweise das Finanzierungsrisiko für die Versorgung ihrer Versicherten zu übernehmen und mit dem Morbi-RSA auch dafür entsprechende Finanzierungsinstrumente geschaffen. Aus dieser Verantwortung dürfen sich die Krankenkassen nicht herausstehlen.“

Heute haben die Verhandlungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit dem GKV-Spitzenverband über die Vergütung der vertragsärztlichen Leistungen im Jahr 2013 begonnen. Hier kann die Basis für eine stabile ambulante Versorgung oder für zunehmende Defizite in der ambulanten Versorgung gelegt werden. Die Krankenkassen müssen den notwendigen finanziellen Mehraufwand für die ambulante medizinische Versorgung von Menschen, die glücklicherweise immer älter werden, damit aber auch mehr behandlungsbedürftige Krankheiten haben, akzeptieren.

In den Ländern der in LAVA zusammengeschlossenen Kassenärztlichen Vereinigungen muss zunächst eine angemessene, der Krankheitslast der Bevölkerung entsprechende Finanzierung sichergestellt werden. Zusätzlich sind die Preisentwicklung der letzten Jahre und die Veränderung der Morbidität der Bevölkerung entsprechend zu berücksichtigen. Dafür werden mehr und nicht weniger Mittel benötigt!

Die in LAVA zusammengeschlossenen Kassenärztlichen Vereinigungen fordern die Verhandlungspartner auf, angemessene Lösungen zu finden, die eine ausreichende ambulante Versorgung sicherstellen.

Zum Hintergrund:

Die LAVA-KVen vereint die gemeinsame Situation, dass sie aufgrund der Demographie und Morbidität der Bevölkerungsstruktur einen überdurchschnittlichen medizinischen Behandlungsbedarf der Versicherten abdecken, dafür aber nur unterdurchschnittliche Finanzmittel von den Kassen bereitgestellt bekommen.

Im Bundesdurchschnitt zahlen die Kassen im Rahmen der morbiditätsorientierten Gesamtvergütungen 344 Euro pro Versicherten und Jahr. In Westfalen-Lippe sind es 318 Euro, in Sachsen-Anhalt 322 Euro, in Nordrhein 328 Euro, in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen je 336 Euro und in Thüringen 337 Euro.

Gemeinsame Pressemitteilung

der Arbeitsgemeinschaft LAVA – „Länderübergreifender Angemessener Versorgungsanspruch“ – ein Zusammenschluss der Kassenärztlichen Vereinigungen Brandenburg, Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Westfalen-Lippe

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