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KV Nordrhein: Vertreterversammlung und Vorstand ziehen Konsequenzen aus gescheiterter Honorarverhandlung

03.09.2012 Honorar, Pressemitteilungen

Die Vertreterversammlung und der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein wollen Konsequenzen aus dem Ergebnis der jüngsten Verhandlungen zwischen Ärzteschaft und Krankenkassen ziehen. Eine Erhöhung des Honorars um 0,9 Prozent sei indiskutabel, stellen Dr. med. Peter Potthoff, Vorsitzender des Vorstands der KV Nordrhein, und Dr. med. Frank Bergmann, Vorsitzender der Vertreterversammlung der KV Nordrhein, fest.

„Die Vertreter der Krankenkassen haben die Situation der niedergelassenen Ärzte ignoriert und mit der ursprünglichen Forderung nach einer Senkung des Orientierungspunktwerts um sieben Prozent gezeigt, dass sie an keiner Einigung interessiert sind“, sagt Potthoff. Daher sei es richtig, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband zunächst einmal abgebrochen habe.

Vorstand und Vertreterversammlung der KV Nordrhein kündigen Konsequenzen an: „Die Verweigerungshaltung der Kassen und das Ergebnis der Schlichtung stoßen zu Recht auf Empörung. Wir wollen es aber nicht bei Worten belassen“, betonen Potthoff und Bergmann. „Wir werden intensiv darüber nachdenken, wie wir auf den Affront reagieren, zumal wir in Nordrhein eine besonders schwierige Ausgangsposition haben.

Die zur Verfügung stehenden Mittel für die Versorgung der Patienten sind in Nordrhein bekanntlich deutlich geringer als in anderen Regionen“, sagt Potthoff. „Kassenärzte erhalten im Rheinland innerhalb der Regelleistungsvolumen im Schnitt für rund 20 Prozent ihrer Leistungen keinen Lohn. Sie erbringen Leistungen im Wert von weit mehr als 200 Millionen Euro pro Jahr, die die Kassen nicht bezahlen.“

Um über konkrete Konsequenzen zu beraten, hat der Vorstand der KV Nordrhein für kommenden Montag, 10. September, eine Sondersitzung des Ausschusses für die Honorarverteilung einberufen. „Es geht darum, den Honorarverteilungsmaßstab so umzugestalten, dass Leistungen nicht mehr kostenlos erbracht werden müssen. Wenn die Kassen nicht bereit sind, ambulante ärztliche Leistungen grundsätzlich angemessen zu honorieren, müssen wir künftig verhindern, sie dafür auch noch mit kostenloser Mehrarbeit zu belohnen“, betont Bergmann. Das liefe letztlich auf eine Verknappung des Leistungsangebots hinaus.

„Was nicht bezahlt wird, wird auch nicht mehr gemacht“, sagt Potthoff. Das könne für Patienten bedeuten, dass sie künftig länger auf einen Termin beim Arzt warten müssten. Weitere Schritte behält sich die KV Nordrhein vor. „Es kann sein, dass irgendwann ein Punkt erreicht ist, an dem weitere Konsequenzen folgen“, so Potthoff.

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