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Teilen von Tabletten beim Stellen und Verblistern in Heimen kaum noch möglich

13.05.2012 KVNO aktuell, Verträge

Beim Stellen von Arzneimitteln in Heimen wird die Abgabe geteilter Tabletten weiter erschwert. Dies sieht eine Änderung der Apothekenbetriebsordnung vor, die voraussichtlich zum 1. Juni 2012 in Kraft tritt: Wenn geeignete, niedrig dosierte Tabletten verfügbar sind, müssen diese gewählt werden.

Die Apotheken sollen im Rahmen eines Qualitätsmanagement-Systems festlegen, in welchen Ausnahmefällen sie Tabletten vor dem Stellen oder Verblistern teilen dürfen, wenn der Arzt dies auf dem Rezept vermerkt (zum Beispiel 3 x ½). Dabei

  • soll das nachträgliche Verändern eines Fertigarzneimittels grundsätzlich verhindert werden.
  • muss nachgewiesen werden, dass ansonsten eine Versorgung nicht gesichert werden kann.
  • muss die „Validität der Stabilität der Qualität über den Haltbarkeitszeitraum des Blisters oder wiederverwendbaren Behältnisses“ nachgewiesen werden.

Die Hersteller werden keine Informationen zur „Validität der Qualität der Stabilität“ zur Verfügung stellen können. Apotheken können also Ausnahmen, nach denen geteilte Tabletten verblistert oder gestellt werden, gar nicht formulieren. De facto müssen Ärzte also auf das Verordnen geteilter Tabletten in Heimen verzichten, zumindest, wenn sie gestellt oder verblistert werden.

Stellen von Arzneimitteln

Beim sogenannten Stellen werden die Arzneimittel für jeden Bewohner eines Heimes in der Regel für eine Woche im Voraus entweder in Einweg- oder in wiederverwendbare Dosiersysteme individuell einsortiert und aufbewahrt.

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