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ICD-Diagnosen: Was folgt nach dem Aus der Kodierrichtlinien?

05.12.2011 KVNO aktuell

Durch das GKV-Versorgungsstrukturgesetz wird die Verpflichtung, die Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) in den Praxen anzuwenden, aus dem Sozialgesetzbuch gestrichen, noch ehe die bisherige Vorschrift wirksam wurde. Mit dem Aussetzen der AKR im September hat die Selbstverwaltung in Berlin den Willen der Politik bereits vorweggenommen.

Das Foto zeigt einen Arzt, der Daten in einen Computer eingibt

Mehr Morbidität, mehr Vergütung. Gutes Kodieren wird wichtiger für die Praxen.

Diese Entwicklung haben viele Kritiker der AKR mit Genugtuung aufgenommen. Der Verzicht könnte aber neue Probleme mit sich bringen. Denn die Fortentwicklung der ambulanten Vergütung erfolgt künftig im Takt mit der Morbidität der Versicherten. Ohne plausiblen Nachweis der Morbidität dürften daher vor allem diejenigen KVen, deren Vergütung je Versicherten schon heute unter dem Durchschnitt liegt, weiter an Boden verlieren – darunter Nordrhein und Westfalen-Lippe.

„Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Versicherten in NRW gesünder sind und weniger Versorgung brauchen als die Menschen im Rest der Republik“, betont der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Dr. Peter Potthoff. Doch die Annahme allein reicht nicht. Potthoff: „In Honorarverhandlungen werden wir dafür den Beleg liefern müssen.“

Das Aus der AKR dürfe daher nicht das Ende einer rationalen Diagnosen-Kodierung in den Praxen sein. Schließlich sei die grundsätzliche Verpflichtung, die Diagnosen nach ICD-10 anzugeben, nicht vom Tisch.

Korrektes Kodieren leicht gemacht

Die KV Nordrhein setzt – wie andere KVen – auf effektive Hilfen für ein unaufwändiges und dennoch korrektes Kodieren. Dazu zählen:

  • Das Angebot einer individuellen Prüfung der ICD-Diagnosen mit der Abrechnung durch die KV Nordrhein. Diese gibt es seit dem 4. Quartal 2011.
  • Schulungen und Veranstaltungen in Kooperation mit den Berufsverbänden für Mitglieder und für Medizinische Fachangestellte ab dem 1. Quartal 2012.
  • Sogenannte Thesauren, die eine schnelle Suche nach den häufigsten Diagnose-Codes einer Fachgruppe ermöglichen. Es gibt sie als Schreibtischauflage und als handliche Version für die Kitteltasche; derzeit für Hausärzte, Urologen und Orthopäden. Weitere Fachgruppen folgen.
  • Mit dem Update für das 1. Quartal 2012 werden die Praxisverwaltungssysteme an die neue Situation angepasst. Dafür gibt es zahlreiche Unterstützungsfunktionen, deren Benutzung freiwillig ist, darunter ein Diagnose-Thesaurus, der auch auf die Belange der Hausärzte zugeschnitten ist. Wichtig: Bereits vorgenommene Anpassungen und Bereinigungen von Bestandsdiagnosen können übernommen werden.
  • KVNO aktuell widmet dem Kodieren im neuen Jahr eine Serie fachgruppenspezifischer Beiträge zum Thema.

So kodieren Ihre Kollegen

Die Fortentwicklung der ambulanten Vergütung orientiert sich künftig an der Morbidität der Versicherten. Es ist daher wichtig, die Krankheitsfälle durch Kodieren der Diagnosen nach ICD-10 zu dokumentieren. Damit Sie die Diagnosen in Ihrer Praxis mit denen anderer Praxen Ihrer Fachgruppe vergleichen können, bietet die KV Nordrhein Morbiditätsstatistiken an. Sie zeigen das Spektrum und die Häufigkeit der Diagnosen je Fachgruppe auf.

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