Abrechnung auf Datenträger bleibt weiter möglich: Online-Abrechnung - Fördern statt Fordern
03.09.2010 KVNO aktuellFür Sie interessant ...
Zwar verpflichtet eine Richtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Ärzte und Psychotherapeuten ab 2011 zur Online-Abrechnung. Doch wer in Nordrhein seine Daten auf CD oder Diskette abgibt, muss keine Sanktionen fürchten.
Derzeit übermitteln bundesweit rund 20 Prozent der Praxen ihre Abrechnungsdaten online. Und nur ein kleiner Teil davon signiert die Gesamtaufstellung digital – im Wesentlichen sind das Praxen aus dem Rheinland. Genau dies verlangt die Richtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zum „Einsatz von IT-Systemen in der Arztpraxis zum Zweck der Abrechnung“. Dass in den nächsten Monaten fast 100.000 Praxen bundesweit ihre Abrechnung auf den Online-Versand mit digitaler Signatur umstellen, ist unrealistisch. „Wir im Rheinland setzen deswegen auf eine sanfte Migration“, erläutert Bernd Brautmeier, Vorstand der KV Nordrhein.
Vorteil: Testabrechnung
Für die Online-Abrechnung sprechen gute Gründe. So steht per Testabrechnung das amtliche Regelwerk Tag und Nacht für praxisindividuelle Prüfungen zur Verfügung. Spätestens drei Stunden nach dem Versand an die KV erhält die Praxis Informationen zur formalen und inhaltlichen Richtigkeit der Abrechnung. Wie bei anderen neuen Techniken, entstehen auch bei der Online-Abrechnung Kosten. Für ein HBA-Lesegerät zahlen Praxen zwischen 50 und 80 Euro, der HBA schlägt monatlich mit 7,90 Euro (Ärzte) oder 9,90 Euro (Psychotherapeuten) zu Buche. Dazu kommen bei einigen Softwarehäusern Kosten für den Anschluss von KV-Safenet.
Finanzielle Förderung
Um Verwaltungskosten zu senken, förderte die KV Nordrhein bereits 2008 die elektronische Gesamtaufstellung mit HBA-Signatur in einem Pilotprojekt. Fast 1.200 -Praxen nahmen daran teil. Alle Praxen, die seit 2009 die Gesamtaufstellung mit dem HBA digital signieren, sparen Verwaltungskosten: Der Satz liegt bei 2,4 Prozent statt 2,6 Prozent bei den Disketten- oder CD-Abrechnern. Die geringeren Verwaltungskosten kann die KV einräumen, weil der Aufwand für komplett papierlose Abrechnungen geringer ist als bei der Abrechnung via Datenträger. Denn bei der sogenannten hybriden Abrechnung müssen Ärzte und Psychotherapeuten die Gesamtaufstellung auf Papier einreichen. „Das bedeutet für die KV manuelles Bearbeiten – und das ist teurer als bei komplett digitalen Prozessen“, sagt Brautmeier.
Mit ihrem Konzept „Fördern statt Fordern“ fährt die KV Nordrhein gut. Im ersten Quartal dieses Jahres rechneten fast 2.500 Ärzte und Psychotherapeuten online mit der D2D-Technik ab; etwa 1.050 davon nutzen den HBA, um die Gesamtaufstellung digital zu signieren. „In keiner Region ist der Anteil online abrechnender Ärzte und Psychotherapeuten, die die KBV-Richtlinie schon heute erfüllen, höher als im Rheinland“, betont Brautmeier.
So wird abgerechnet
Im ersten Quartal 2010 haben 15.128 Ärzte und Psychotherapeuten ihre Leistungen über die KV Nordrhein abgerechnet. Das Gros rechnet via CD oder Diskette ab. Stark im Kommen ist die Online- Abrechnung.
* Darunter sind 222 Ärzte, die nur ihre Notdienstleistungen über die KV abgerechnet haben.

