Ambulante Palliativversorgung für Kinder
03.09.2010 KVNO aktuellFür Sie interessant ...
In Nordrhein-Westfalen sterben jedes Jahr mehr als 700 Kinder und Jugendliche an unheilbaren Erkrankungen. Alle Krankenkassen im Rheinland haben inzwischen Verträge für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung unheilbar erkrankter Kinder geschlossen. Partner sind die Unikliniken Bonn und Düsseldorf.
Besondere Kinderpalliativteams betreuen die schwerstkranken Kinder zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung. „Gerade in einer so schwierigen Situation brauchen die Familien medizinische, pflegerische und psychosoziale Unterstützung besonders dringend“, erklärt Dirk Ruiss, stellvertretender Leiter des Verbandes der Ersatzkassen in NRW.
Der behandelnde Kinder- und Jugendarzt wird in die Versorgung eingebunden. Wenn sich der Pädiater die Versorgung im Rahmen seiner Arbeitsbelastung zutraut, ist er der primäre Ansprechpartner. Das Palliative Care Team steht ihm im Hintergrund in schwierigen Situationen sowohl telefonisch als auch vor Ort rund um die Uhr zur Verfügung.
Im April präsentierte der damalige Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann das Konzept einer Landesinitiative zur flächendeckenden pädiatrischen Versorgung von Kindern mit infauster Prognose. Es beruhte auf Erfahrungen, die seit 2007 in einem Modellprojekt gesammelt wurden. Die Landesinitiative schlägt ein dreistufiges System der pädiatrischen Palliativversorgung vor: die Primärversorgung durch geschulte Pädiater und Hausärzte, Angebote zu Fortbildungen und die Etablierung von ausreichend spezialisierten Versorgungsteams.
In das Projekt sind die Kompetenzzentren in Bonn und Datteln eingebunden. In Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kinderärzten und Pflegediensten wurden über 170 Kinder und Jugendliche ambulant versorgt.

