Silvesterknaller und Alkohol
Silvesterknaller und Alkohol können Kinder schwer schädigen
15.12.2009 GesundheitstippsFür Sie interessant ...
"Knallfrösche und Raketen können das Gehör von Kindern dauerhaft schädigen." Darauf macht der nordrheinische Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte aufmerksam. "Die Explosion erzeugt im empfindlichen Kinderohr ein Knalltrauma, das über die akute kurzdauernde Schädigung hinaus zu irreparablen Hörschäden führen kann. Eltern sollten ihre Kinder deshalb in ausreichend großem Abstand zu Feuerwerkskörpern halten," warnt die Sprecherin des nordrheinischen Berufsverbandes Dr. med. Sylvia Schuster.
Explosionsknall liegt über der Schmerzgrenze
Handelsübliche Feuerwerkskörper erzeugen im Abstand von acht Metern vom Ohr bei ihrer Explosion immer noch einen Schallpegel von 145 bis 155 Dezibel. Im Abstand von einem Meter vom Ohr steigt der Schallpegel auf krankmachende 163 bis 173 Dezibel. Zum Vergleich: Ein Düsenflugzeug erzeugt beim Start in 20 Metern Abstand einem Lärm von 120 bis 130 Dezibel ein Wert, der an der Schmerzgrenze liegt. "Es ist erschreckend, wie viele Jugendliche und Kinder wir bei unseren Vorsorgeuntersuchungen finden, die bereits Hörschäden durch zuviel Lärm haben", so Sylvia Schuster.
Abstand zu Knallkörpern ist für Kinder jedoch auch aus einem anderen Grund oberstes Gebot. Unsachgemäßer Gebrauch von Feuerwerk verursacht schwere Verbrennungen. Selbst Tischfeuerwerke, sogenannte Knallbonbons und Raketen, die laut Hersteller für Kinder geeignet sind, sollten daher nur unter Aufsicht von Erwachsenen gezündet werden.
Aufsicht ist auch beim Alkohol geboten
Gerade bei größeren Festen oder am Morgen danach fällt es erfahrungsgemäß oft nicht weiter auf, wenn Kleinkinder Alkoholreste aus herumstehenden Gläsern trinken. Beim Kleinkind wirken zwei Gramm Alkohol pro Kilo Körpergewicht bereits tödlich, bei Schulkindern drei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Weil kindliche Organe Alkohol gegenüber sehr empfindlich sind, entstehen schon bei relativ geringen Mengen Alkohol schwere Vergiftungen. Bei 0,5 Promille wird das Kind bereits bewusstlos oft ohne jede Frühwarnzeichen.
Eltern sollten Alkohol daher kindersicher aufbewahren. Und sie sollten während der Feier darauf achten, dass auch ältere Kinder oder Jugendliche nicht unbemerkt zum Bier- oder zum Sektglas greifen. Sylvia Schuster: "Es nützt allerdings nichts, Alkohol zu verteufeln oder zu verbieten. Am besten ist es, durch das eigene Beispiel Jugendliche zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol anzuleiten." Dazu gehört auch, selbst beim Genuss von kleinen Mengen Alkohol Fahrrad oder Mofa nicht mehr zu besteigen, sondern sich abholen zu lassen.
Sachlich und ruhig über die Gefahren aufklären
Alkoholisierte Kinder oder Jugendliche sollten in Ruhe ihren Rausch ausschlafen. Wichtig ist es, dass die Eltern regelmäßig überprüfen, ob ihr Kind ansprechbar ist, ob Puls und Atmung regelmäßig gehen und ob es nicht zum Erbrechen kommt. In Zweifelsfall sollten sie den Arzt rufen.
Den "Kater" am nächsten Morgen überstehen Jugendliche am besten mit einer Aspirin-, Kinder unter 14 Jahren mit einer Paracetamol-
Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Landesverband Nordrhein

