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Impfungen zu Lasten der GKV

Zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können alle Schutzimpfungen erbracht werden, die in der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) vom 21.6.2007 (zuletzt geändert am 16.10.2008) in der Anlage 1 aufgeführt wurden. Bitte beachten Sie die Hinweise zu eventuellen Leistungsausschlüssen und Indikationen. Die Schutzimpfungs- Richtlinie orientiert sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Institutes (STIKO). Bei neuen STIKO-Empfehlungen oder Änderungen hat der GBA eine Frist von drei Monaten nach der Veröffentlichung, um eine Entscheidung zur Aktualisierung zu treffen. Kommt eine Entscheidung des GBA nicht fristgerecht zustande, dürfen die von der STIKO empfohlenen Schutzimpfungen bzw. deren Änderungen mit Ausnahme von so genannten Reiseschutzimpfungen erbracht werden, bis die Schutzimpfungs- Richtlinie aktualisiert worden ist.

Von der Leistungspflicht der GKV ausgeschlossen sind Schutzimpfungen wegen eines erhöhten Gesundheitsrisikos durch einen nicht beruflich bedingten Auslandsaufenthalt (Reiseschutzimpfungen). Ausnahme: Es besteht zum Schutz der öffentlichen Gesundheit nach Anlage 1 der Schutzimpfungs-Richtlinie ein besonderes Interesse daran, der Einschleppung einer übertragbaren Krankheit in die Bundesrepublik Deutschland vorzubeugen (§ 20d Abs. 1 Satz 2 SGB V).

Eine erhöhte berufliche Gefährdung begründet in der Regel keinen Leistungsanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Rahmen einer erhöhten beruflichen Gefährdung bzw. aufgrund eines erhöhten Risikos greifen arbeitsrechtliche Vorschriften bzw. die Biostoffverordnung. Zu den näheren Einzelheiten wird auf die Schutzimpfungs-Richtlinie verwiesen.

Die postexpositionelle Gabe von Sera oder Chemotherapeutika sowie Impfstoffen im Einzelfall sind nicht Gegenstand der Schutzimpfungs- Richtlinie. Impfungen gegen z. B. Tetanus oder Tollwut im Verletzungsfall sind soweit es die Applikationen im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang der Verletzung bzw. Exposition betrifft kurative Leistungen und daher nicht Gegenstand der Schutzimpfungs-Richtlinie.

Der Anspruch auf Schutzimpfungen umfasst auch das Nachholen von Impfungen und die Vervollständigung des Impfschutzes, bei Jugendlichen spätestens bis zum Ende des 18. Lebensjahres (letzter Tag vor dem 18. Geburtstag). Sofern der Beginn einer Impfserie innerhalb des Zeitfensters der Tabelle 1 der STIKO Empfehlungen stattfindet und der Abschluss dieser Serie erst nach Vollendung des in der Tabelle genannten Alters des Impflings realisiert wird, können auch in diesen Fällen die restlichen Impfungen zu Lasten der Krankenkasse durchgeführt werden.