Missbrauch von KVK und Arzneimitteln
Verdachtshinweise auf Missbrauch von Arzneimitteln und Krankenversicherungskarten
Stand: Juli 2011
Cave: Verdacht auf Arznei- und Betäubungsmittel-Missbrauch
Nach Mitteilung einer Klinik in Mönchengladbach besteht bei Herrn D. G., geboren am 30.9.1971 und wohnhaft in Mönchengladbach, der Verdacht auf Arznei- und Betäubungsmittel-Missbrauch. Bei einem Besuch in der Klinik habe er angegeben, dass er an einer schweren Krebskrankheit leide und die ihm verordneten starken Schmerz- und Betäubungsmittel aufgebraucht habe. Auf Nachfrage bei den angeblich behandelnden Kliniken in Düsseldorf und Bonn habe sich herausgestellt, dass der Patient dort unbekannt sei.
Cave: Verdacht auf Arzneimittel-Missbrauch
Wie eine Praxis in Düren mitteilt, besteht bei Herrn J. v. C., geboren am 29.12.1982, der dringende Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch.
Stand: Mai 2011
Cave: „Ihr Webauftritt / Abmahnung droht“
„Wir wenden uns mit dieser Nachricht an Sie, weil wir feststellen mussten, dass Ihre Webseite nicht mehr den aktuellen Gesetzesvorgaben entspricht.“ So beginnt ein Fax, auf das ein Arzt aus Köln hinweist. Für einen „Sonderpreis“ von 49 Euro plus Mehrwertsteuer wird angeboten, den Webauftritt des Adressaten zu überprüfen, „um lästige Abmahnungen zu vermeiden“. Absender der Faxe, die seit einigen Tagen offenbar wahllos auch an Ärzte verschickt werden, die selbst keine Homepage betreiben, ist angeblich eine „3SKOM GbR, S. Sedlaczek“ mit Sitz in Siegburg. Die KV Nordrhein informiert, welche Angaben eine Praxis-Homepage enthalten muss:
Cave: „Branchenbuch Arzteintrag“
Auf ein „Branchenbuch Arzteintrag“ der ÖBA Medien Verlags GmbH, Bad Abbach, macht ein Arzt aus Odenthal aufmerksam. Der „Standardeintrag“ werde unter www.regionales-branchenbuch.de kostenlos veröffentlicht. Ein „Prämiumeintrag“ koste allerdings 990 Euro pro Jahr plus Mehrwertsteuer. Die KV Nordrhein warnt vor einer schnellen Unterschrift und rät ihren Mitgliedern, sorgfältig zu prüfen, ob ihnen die Eintragung ihrer Praxis in derartige Branchenverzeichnisse so viel Geld wert ist.
Cave: Verdacht auf Arzneimittel-Missbrauch
Herr R.-P. M., geboren am 24.1.1968, hat nach Angaben einer Praxis in Kleve mit falschen Angaben um die Verordnung von Flunitrazepam gebeten. Eine Apotheke habe den Arzt informiert, dass der Patient dort mindestens dreimal pro Woche erscheine, um Flunitrazepam-Rezepte einzulösen, die von verschiedenen Ärzten ausgestellt worden seien.
Cave: Verdacht auf Arzneimittel-Missbrauch
Eine Praxis in Neuss teilt mit, dass Frau M. F., geboren am 27.7.1981, an einer schweren Ess-Störung erkrankt sei. Die Düsseldorferin, versichert bei der Barmer GEK, habe in den vergangenen Wochen versucht, mit L-Thyroxin weiter abzunehmen. Sie habe gesagt, dass sie sich auch bei anderen Ärzten regelmäßig Rezepte besorge.
Stand: Februar 2011
Cave: Verdacht auf Arzneimittel-Missbrauch
Nach Angaben einer Praxis in Mönchengladbach leidet Herr F. S., geboren am 15.6.1956, an einem Abhängigkeitssyndrom bei Alkoholgebrauch. Es bestehe der Verdacht, dass der Patient sich das Medikament Diazepam auch bei anderen Ärzten verordnen lasse.
Stand: Januar 2011
Cave: Verdacht auf Arzneimittel-Missbrauch
Eine Praxis aus Hürth teilt mit, dass nach Angaben der Knappschaft gegen deren Versicherte E. K., geboren am 13.2.1953, und T. K., geboren am 21.6.1975, beide wohnen in Hürth, der Verdacht des Arzneimittel-Missbrauchs besteht. Sie sollen von Juli bis November 2010 zehn verschiedene Praxen in Hürth besucht haben, um sich Oxycodon 80 mg Retardtabletten verschreiben zu lassen.
Cave: „Neue Robinsonliste“
Arztpraxen erhalten seit Anfang des Jahres Werbefaxe einer „Neuen Robinsonliste“ mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie werden aufgefordert sich einzutragen, um sich gegen unerwünschte Werbung zu schützen. Die Eintragung sei kostenfrei. Wer aber das Schreiben nicht aufmerksam liest und unterschrieben zurückfaxt, geht einen Vertrag über eine „Bearbeitungspauschale in Höhe von 350 Euro netto pro Jahr“ ein. Die „Neue Robinsonliste“ hat nichts mit der eingeführten Robinsonliste der „Gemeinnützigen Schutzgemeinschaft für Verbraucherkontakte“ mit Sitz in Witten zu tun.
Cave: „Mein-Branchenverzeichnis.info“
Auf ein „Mein-Branchenverzeichnis.info“ unter der Überschrift „Gelbes Branchenbuch Köln“ macht ein Kölner Arzt aufmerksam. Der „Grundeintrag“, die Adresse, werde kostenlos veröffentlicht. Ergänzungen der „Kontakdaten“ wie Telefon- und Faxnummer kosten allerdings 497 Euro pro Jahr plus Mehrwertsteuer. Die KV Nordrhein warnt vor einer schnellen Unterschrift und rät ihren Mitgliedern, sorgfältig zu prüfen, ob ihnen die Eintragung ihrer Praxis in derartige Branchenverzeichnisse so viel Geld wert ist.
Stand: Dezember 2010
Cave: „Gewerbeauskunft-Zentrale“
Auf ein Schreiben der „Gewerbeauskunft-Zentrale“ machen mehrere Praxen aufmerksam. Man solle nur die Richtigkeit der vorgegebenen Praxisdaten bestätigen. Der Basiseintrag kostet monatlich 39,85 Euro bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Die KV Nordrhein warnt vor einer schnellen Unterschrift und rät ihren Mitgliedern, sorgfältig zu prüfen, ob ihnen die Eintragung ihrer Praxis in derartige Internet-Branchenverzeichnisse so viel Geld wert ist.
Cave: Verdacht auf Arzneimittel-Missbrauch
Nach Angaben einer Berufsausübungsgemeinschaft in Frechen besteht bei dem Kölner D. W., geboren am 15.2.1963, der dringende Verdacht auf Arzneimittel-Missbrauch. Er wollte sich Simvastatin und Rivotril verordnen lassen. Der bei der Vereinigten IKK Versicherte habe eine sehr alt erscheinende Kopie eines Schreibens der Epileptologie Bonn vorgelegt, aus dem eine entsprechende Therapieempfehlung für Rivotril ersichtlich sein sollte.
Cave: „Verzeichnis der Mediziner“
Auf ein „Verzeichnis der Mediziner“ des Verlages United Lda. mit einer Postfachadresse in Niederaula macht ein Arzt aus Overath aufmerksam. Die „Grunddaten“ würden kostenlos veröffentlicht. Ergänzungen kosten allerdings 1017 Euro pro Jahr plus Mehrwertsteuer. Die KV Nordrhein warnt vor einer schnellen Unterschrift und rät ihren Mitgliedern, sorgfältig zu prüfen, ob ihnen die Eintragung ihrer Praxis in derartige Branchenverzeichnisse so viel Geld wert ist.
Cave: Verdacht auf Arzneimittel-Missbrauch
In der Praxis einer Essener Ärztin bat der Patient R. G., geboren am 17.9.1960, um Verordnung morphinhaltiger Medikamente. Er legte ein Schreiben einer Klinik aus Geilenkirchen vor, das die Notwendigkeit der Verordnung bestätigte. Auf Nachfrage bei der Klinik erfuhr die Ärztin, dass der unterschreibende Arzt dort seit sechs Jahren nicht mehr beschäftigt sei. Es besteht der Verdacht, dass der bei der Techniker Krankenkasse Versicherte arzneimittelabhängig ist.
Stand: November 2010
Cave: Angeblich kostenloser Eintrag in „Ärzteauskunft“ für 63 Euro pro Monat
Vor der PTS Marketing GmbH in Frankfurt/Main warnt ein Arzt seine Kollegen. Die Firma habe für einen kostenlosen Grundeintrag in einer „Ärzteauskunft“ geworben; man solle nur die Richtigkeit der vorgegebenen Grunddaten bestätigen. Lediglich Änderungen oder Zusätze seien gebührenpflichtig. Der Arzt habe nur den Grundeintrag bestätigt. Dennoch habe die Firma die Zahlung von monatlich 63 Euro bei einer Laufzeit von zwei Jahren verlangt und auch eine erste Mahnung geschickt.
Stand: Oktober 2010
Cave: Falsche Angaben zur Krankenversicherung
Ein Arzt aus Krefeld teilt mit, das der Patient M. L. R., geboren am 28.7.1963, in der Notdienstpraxis fälschlicherweise angegeben habe, privat versichert zu sein. Die Rechnung sei jedoch wieder zurückgesandt worden. Recherchen ergaben, dass es sich bei der angegebenen Adresse in Bonn um ein Wohnheim für Suchtpatienten handelt, in dem der Patient sich bis Mai dieses Jahres aufgehalten habe. Seitdem habe er aber keinen festen Wohnsitz und keine Krankenversicherung.
Stand: September 2010
Cave: Verdacht auf Arzneimittel-Missbrauch
Nach Angaben der Notfalldienstpraxis Düren versucht die Patientin C.-A. T., geboren am 15.11.1965, sich in dieser und anderen Dürener Praxen Tramal und Diazepam verschreiben zu lassen. Dabei gebe sie an, die Medikamente für sich oder ihren erkrankten Mann zu benötigen, der selbst nicht zum Arzt kommen könne. Es besteht der Verdacht, dass die bei der BKK für Heilberufe Versicherte medikamentenabhängig ist.
Cave: Verdacht auf Rezeptfälschung und Arzneimittel-Missbrauch
Eine Apotheke in Velbert teilt mit, dass sie ein offenbar gefälschtes Rezept erhalten habe. Es war ausgestellt auf den AOK-Versicherten S. Z., geboren am 27.1.1980. Eine missbräuchliche Verwendung sei nicht auszuschließen.
Stand: August 2010
Cave: Abzocke mit Praxiseinträgen
Immer wieder schicken Unternehmen Briefe an Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten, um sie zu Einträgen in sogenannte Branchenbücher oder -verzeichnisse zu bewegen. Manchmal sind die Schreiben auch als „Korrekturvorschlag“ getarnt. Jüngst machte eine Ärztin aus Köln auf die Firma Branchenklick GmbH aufmerksam. Erst im Kleingedruckten ist zu erkennen, dass 1068 Euro plus Mehrwertsteuer pro Jahr für die Aufnahme in ein regionales Branchenbuch im Internet verlangt werden.
Die KV Nordrhein warnt vor einer schnellen Unterschrift und rät ihren Mitgliedern, sorgfältig zu prüfen, ob ihnen die Eintragung ihrer Praxis in derartige Branchenverzeichnisse so viel Geld wert ist.

